http://www.faz.net/-gq5-7axiv

Ägypten : Neue Phase

Außergewöhnliche Umstände verhalfen den Muslimbrüdern zu ihren Wahlerfolgen. Nach Mubaraks Sturz waren sie die einzige organisierte Kraft. Nur ein Jahr später ist der Lack ab.

          Nicht nur in Kairo gehen Millionen Ägypter auf die Straße, auch in vielen anderen Städten des Landes wird gegen Präsident Mursi protestiert. Das ist ein Unterschied zu den Demonstrationen vor dem Sturz Mubaraks Anfang 2011. Anders ist auch, dass einfache Ägypter gegen Präsident Mursi demonstrieren. Mit der schweigenden Mehrheit auf der Straße tritt die ägyptische Revolution in eine neue Phase. Die Enttäuschung über Mursi und dessen Regierung, vor allem über den wirtschaftlichen Niedergang, bricht sich massenweise Bahn.

          Außergewöhnliche Umstände hatten den Muslimbrüdern zu ihren Wahlerfolgen verholfen; nach Mubaraks Sturz waren sie die einzige organisierte Kraft. Nur ein Jahr später ist der Lack ab. Mursi kann die Erosion des Ansehens islamistischer Politik nicht aufhalten; ein Rücktritt würde aber nur ein Vakuum schaffen. Gut täten die Muslimbrüder daran, auf die Verwüstung ihres Hauptquartiers in Kairo nicht mit gleicher Münze zu reagieren. Bei einer Eskalation der Gewalt müsste die Armee, die Ansehen zurückgewonnen hat, für Ruhe sorgen. Das Ultimatum dazu hat sie gestellt.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Ex-Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda

          Luftverkehr : Lauda erhält Zuschlag für Fluglinie Niki

          Der österreichische Gläubigerausschuss hat sich im Bieterverfahren um die insolvente Air-Berlin-Tochter überraschend für Ex-Rennfahrer Niki Lauda entschieden. Die Belegschaft dürfte nicht jubeln.
          Amerikas Präsident Donald Trump im Weißen Haus

          „America first“ : Trump verhängt hohe Strafzölle

          Die amerikanische Regierung geht gegen angebliche Billigimporte vor. Sie verlangt erhebliche Einfuhrzölle für Waschmaschinen und Solarmodule. Der Schritt trifft vor allem China und Südkorea – und stößt dort auf Kritik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.