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Naher Osten Wieder Tote nach israelischem Angriff in Gaza

30.05.2006 ·  Im Gazastreifen ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Israels Militär und radikalen Palästinensern gekommen. Unterdessen sorgt Altkanzler Gerhard Schröders Vorschlag, direkt mit der Hamas zu verhandeln, für Widerspruch aus fast allen Parteien.

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Bei neuerlichen Feuergefechten zwischen israelischen Soldaten und radikalen Palästinensern sind in der Nacht zum Dienstag mehrere Menschen getötet worden. Laut Augenzeugen und Ärzten wurden bei drei Einsätzen im Westjordanland - bei Nablus, Kabatia und Anabta - drei Palästinenser getötet und mehrere verletzt.

Wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, handelt es sich bei den Toten um zwei Mitglieder der Al-Aqsa-Brigaden, dem militärischen Arm der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, sowie einen Kämpfer des Islamischen Dschihad.

Israel: Haben Raketenangriff vereitelt

Die israelische Armee bestätigte die Einsätze in Nablus und Kabatia, wies Berichte über Anabta jedoch zurück. „Unsere Kräfte waren nicht in Anabta im Einsatz“, sagte eine Sprecherin. Am Montag waren bei ähnlichen Gefechten bereits fünf Palästinenser getötet worden. Es waren die ersten Gefechte im Gazastreifen, seit sich Israel im vergangenen August nach 28 Jahren aus dem besetzten Gebiet zurückgezogen hatte.

Video: Schießerei vor Gaza-Parlament

In einer Erklärung des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihad hieß es, der Hubschrauberangriff im Gebiet von Beit Lahja im Norden des Gazastreifens habe Mitgliedern der Organisation gegolten, die Raketen auf südisraelisches Gebiet abfeuerten. Aus einer Erklärung der israelischen Armee ging hervor, daß bei einem Einsatz der Infanterie im Gazastreifen mit Unterstützung der Luftwaffe ein Raketenangriff auf Israel vereitelt worden sei. Dabei sei es zu einem Feuergefecht mit einem palästinensischen Kommando gekommen.

Altkanzler unterläuft Hamas-Boykott

Unterdessen hat Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit einem Vorschlag zu einem neuen Umgang mit der Hamas-Regierung für heftigen politischen Wirbel in Deutschland gesorgt. Seine am Montag erhobene Forderung, den Boykott der radikal-islamischen Hamas-Regierung aufzuheben, stieß bei nahezu allen Fraktionen des Bundestages auf Kritik.

Schröder hatte gesagt, wenn der politische Prozeß im Nahen Osten weitergeführt werden solle, „dann muß mit der demokratisch gewählten Hamas-Regierung direkt verhandelt werden“. Widerspruch kam sowohl von Union und FDP, aber auch von den Sozialdemokraten.

„Schröder opfert Prinzipien“

Der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Eckhart von Klaeden (CDU), hielt Schröder vor, ihm fehle das „außenpolitische Augenmaß“. Schröder opfere „elementare Prinzipien“ der deutschen Außenpolitik „kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen“. Ähnlich äußerte sich der außenpolitische Sprecher der FDP, Werner Hoyer. Für ihn hat Schröder den außenpolitischen Kompaß „offenbar endgültig verloren“.

Auch in den eigenen Reihen wurde der Vorschlag mit Unbehagen aufgenommen. „Als Deutsche sollten wir nicht die ersten sein, die den ersten Schritt zu Verhandlungen mit der Hamas gehen“, sagte der SPD-Abgeordnete Rolf Mützenich, Mitglied im Auswärtigen Ausschuß des Bundestages. „Für mich bleibt der entscheidende Punkt: Hamas muß auf Gewalt gegen Israel verzichten.“

Quelle: FAZ.NET mit dpa, AFP, Reuters, ddp
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