16.05.2007 · Im Gazastreifen ist es wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen gekommen. Beim Angriff von Hamas-Kämpfern auf das Haus eines Sicherheitschefs der Fatah wurden sechs Menschen getötet. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich „tief besorgt“.
In der Nacht zum Mittwoch ist es im Gazastreifen wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen der radikal-islamischen Palästinensergruppe Hamas und der rivalisierenden Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gekommen. Dabei wurden angeblich sechs Menschen getötet und ein ägyptischer Vermittler angeschossen. In New York äußerte sich UN-Generalsekretär Ban Ki-moon besorgt über die Eskalation des Konflikts.
Bei einem Angriff von Hamas-Kämpfern auf das Haus des Geheimdienstchefs der Fatah waren in der Nacht sechs Wachleute getötet worden. Zehn Männer seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Fatah am Mittwoch. Raschid Abu Schbak und seine Familie blieben aber unverletzt.
Wie aus palästinensischen Polizeikreisen verlautete, haben mehrere dutzend Hamas-Kämpfer das Haus von Abu Schbak am frühen Morgen angegriffen. Das Gefecht dauerte demnach mehr als eine Stunde; das Gebäude ging in Flammen auf. Die Hamas erklärte, der Angriff auf das Haus des Sicherheitschefs sei durch Schüsse aus diesem Haus auf eine vorbeifahrende Hamas-Patrouille ausgelöst worden.
Ägyptischer Vermittler verletzt
Hamas und Fatah liefern sich einen blutigen Machtkampf, der zwei Monate nach der Bildung einer Einheitsregierung wieder aufgeflammt ist. Dem Geheimdienstchef Abu Schbak wirft die Hamas vor, sich der Führung des Innenministers der Einheitsregierung widersetzt zu haben. Er führt zudem das Kommando über Einheiten, die in den Machtkampf eingriffen hatten.
Auch ein ägyptischer Vermittler wurde angeschossen und an der Hand verletzt. Der Mann war angeblich mit je einem Vertreter von Hamas und Fatah in Gaza unterwegs, um eine zuvor vereinbarte Feuerpause zu überwachen und war an den Vermittlungsbemühungen zwischen den verfeindeten Kämpfern beteiligt. Die Feuerpause wurde von Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) verkündet. Es war die dritte Vereinbarung dieser Art in den vergangenen Tagen, doch auch nach ihrem Inkrafttreten waren Schüsse in der Stadt zu hören.
Ban „tief besorgt“
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon zeigte sich „tief besorgt“ über die anhaltende Gewalt. „Ich werde das mit Palästinenserpräsident Abbas besprechen“, sagte Ban am Dienstag (Ortszeit) in New York. Alle nötigen Maßnahmen müssten ergriffen werden, „um die Situation unter Kontrolle zu halten und all diese Gewalttaten zu unterbinden“.
Am Dienstag hatten militante Palästinenser zudem mehr als 20 Kassam-Rakten auf israelisches Gebiet gefeuert und dabei vier Menschen verletzt. Vor allem die Stadt Sderot geriet unter Beschuss. Die israelische Luftwaffe beschoss laut eigenen Angaben ihrerseits Gebiete im Norden des Gazastreifens. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.
Laut Medienberichten vom Mittwoch will die israelische Regierung auf den Beschuss zurückhaltend reagieren. Wie die israelische Tageszeitung „Haaretz“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, habe sich Verteidigungsminister Amir Peretz bei einer nächtlichen Sitzung mit ranghohen Militärs dazu entschlossen.
Lösung
Max Meister (Drainer)
- 16.05.2007, 12:57 Uhr