10.07.2007 · Israels Ministerpräsident Olmert hat dem syrischen Präsidenten direkte Friedensverhandlungen angeboten. „Bashar Assad, ich bin zu direkten Verhandlungen mit Ihnen bereit“, versicherte er in einem Interview.
Der israelische Ministerpräsident Olmert hat dem syrischen Präsidenten Assad direkte Friedensverhandlungen angeboten. In einem auf Hebräisch geführten Interview mit dem arabischen Fernsehsender „Al Arabija“ richtete Olmert sich direkt an den syrischen Präsidenten: „Bashar Assad, ich bin zu direkten Verhandlungen mit Ihnen bereit“, versicherte Olmert.
Er wies zudem darauf hin, dass Syrien und nicht Israel auf einer Beteiligung der Vereinigten Staaten an den Verhandlungen bestehe. Präsident Bush habe aber deutlich gesagt, die Vereinigten Staaten wollten nicht zwischen Olmert und Assad stehen.
„Ich wäre glücklich“
Olmert deutete an, dass es schon mehrere Versuche der Kontaktaufnahme von israelischer Seite gegeben habe. Assad habe bereits „viel von mir gehört“, sagte er. „Ich wäre glücklich, wenn ich Frieden mit Syrien schließen könnte“, versicherte Olmert. Er wolle keinen Krieg gegen Syrien führen.
Der syrische Abgeordnete Mohammed Habash lehnte das Angebot Olmerts ab und zweifelte an der Ernsthaftigkeit des israelischen Verhandlungsangebotes. Der israelische Polizeiminister Avi Dichter versicherte hingegen, dass Angebot Olmerts „ehrlich und echt“ sei. Allerdings habe Assad offensichtlich andere Pläne, als Frieden mit Israel zu schließen, sagte Dichter. Beide Länder beobachten seit Monaten misstrauisch gegenseitige Truppenbewegungen und Manöver in der Gegend der von Israel besetzten Golanhöhen.
Besuch im Namen der Arabischen Liga verschoben
Ein ursprünglich für diese Woche geplanter Besuch des ägyptischen und des jordanischen Außenministers im Namen der Arabischen Liga wurde unterdessen auf den 25. Juli verschoben. Die Entscheidung sei in Absprache mit Jordanien und Ägypten getroffen worden, sagte eine Sprecherin Olmerts. Der stellvertretende Liga-Generalsekretär Mohammed Sobei hatte zuvor angedeutet, der Besuch könne auch ganz abgesagt werden. Man wolle Israel nicht die Möglichkeit geben, den Besuch in der Öffentlichkeit als Werbekampagne zu vermarkten, sagte Sobei. „Die Arabische Liga unterhält keinerlei Beziehungen zu Israel. Sie schickt auch keine Delegation nach Israel.“
Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums wies die Kritik zurück. Die Außenminister Jordaniens und Ägyptens würden im Auftrag der Arabischen Liga nach Israel reisen und nicht nur ihre eigenen Länder repräsentieren, sagte er. Das sei eine „sehr positive Entwicklung“. Bei dem Besuch soll Israel die Friedensinitiative der Arabischen Liga offiziell vorgestellt werden.