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Naher Osten Israel leitet Offensive gegen Hamas ein

25.09.2005 ·  Zwei Wochen nachdem die israelische Armee den Gazastreifen verlassen hat, eskaliert wieder die Gewalt. Die israelischen Truppen leiteten eine neue Offensive gegen die palästinensische Hamas-Bewegung ein und brachten Artillerie in Stellung.

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Eine Woche nach dem vollständigen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen steht die Waffenruhe mit den Palästinensern vor dem Zusammenbruch. Die israelischen Truppen leiteten eine neue Offensive gegen die palästinensische Hamas-Bewegung ein und brachten Artillerie in Stellung. Selbst ein Einmarsch wurde nicht ausgeschlossen.

Israel fordert, daß die palästinensische Autonomiebehörde die Raketenangriffe der Hamas aus dem Gazastreifen auf israelische Ortschaften stoppt. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon erklärte am Sonntag, die Truppen würden „alle Mittel“ einsetzen, um die Terroristen, ihre Ausrüstung und ihre Verstecke zu treffen. Dies gelte nicht nur für den Gazastreifen, sondern auch für das Westjordanland.

Generalmajor Jisrael Ziv deutete an, daß Israel auch die sogenannten gezielten Tötungen von palästinensischen Extremisten wieder aufnehmen könnte. Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat sagte, die israelische Offensive führe zu nichts. Ein Zusammenbruch des Waffenstillstands diene keiner Seite. Erakat forderte den amerikanischen Präsidenten George W. Bush auf, sich in den Konflikt einzuschalten, um die Situation zu beruhigen.

Israelische Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum Sonntag mehrere Ziele im Gazastreifen an, darunter Werkstätten zur Herstellung von Waffen und eine Schule, die der Hamas als Stützpunkt gedient haben soll. 19 Menschen wurden leicht verletzt. Im Westjordanland nahmen Soldaten 209 Palästinenser fest, unter ihnen auch den Hamas-Führer Hassan Jussef. Zuvor waren am Samstag in Gaza bereits zwei Autos bombardiert worden; dabei wurden zwei Hamas-Funktionäre getötet.

Das israelische Sicherheitskabinett habe beschlossen, „einen umfassenden Angriff auf die Hamas zu starten“, sagte Generalmajor Ziv. Die Offensive trage die Bezeichnung „Operation Erster Regen“. Auslöser war der Beschuß israelischer Ortschaften mit etwa 40 Raketen aus dem Gazastreifen. Der Plan schließe neben Luftangriffen auch einen Truppenvorstoß ein, doch müsse dieser Teil noch vom ganzen Kabinett gebilligt werden, verlautete aus Militärkreisen. Entlang der Grenze zum Gazastreifen brachten die Streitkräfte fünf Artilleriegeschütze in Stellung. Die Geschütze gaben am Sonntag mehrere Schüsse auf unbewohntes Gebiet im Norden des Gazastreifens ab. Die Hamas drohte Israel mit Racheaktionen. Ein Sprecher des palästinensischen Innenministeriums verurteilte die Offensive Israels als „ernsthafte Eskalation, die zu einer neuen Ära der Gewalt führen wird“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa
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