Home
http://www.faz.net/-gq5-uqv7
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Naher Osten Israel fliegt weitere Luftangriffe auf den Gazastreifen

17.05.2007 ·  Als Vergeltung für Kassem-Angriffe hat die israelische Luftwaffe den zweiten Tag in Folge den Gazastreifen bombardiert und dabei das Hauptquartier der Hamas-Sicherheitskräfte zerstört. Unterdessen eskalieren die Kämpfe unter den Palästinensern.

Artikel Bilder (2) Video Lesermeinungen (1)

Die israelische Luftwaffe hat den zweiten Tag in Folge Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen und dabei das Hauptquartier der Hamas-Sicherheitskräfte zerstört. Ziel der Angriffe am Donnerstag war Anwohnern zufolge auch der Wagen eines Führers der radikal-islamischen Gruppe. Dabei sei mindestens ein Kämpfer getötet worden. Der im Wagen sitzende Hamas-Kommandeur wurde Sanitätern zufolge lebensgefährlich verletzt.

Die Hamas drohte mit der Wiederaufnahme von Selbstmordanschlägen in Israel, die sie bis 2004 verübt hatte. Zwei Stunden vor dem Angriff auf das Auto waren bei dem israelischen Einsatz gegen die Sicherheitszentrale der Hamas mindestens 40 Menschen verletzt worden. Krankenhausmitarbeiter relativierten damit Aussagen eines Hamas-Sprechers, der von zwei Toten gesprochen hatte. Leichen seien nicht in Krankenhäuser gebracht worden.

Vergeltung für Kassem-Angriffe

Die Luftangriffe in Gaza waren offenbar die Vergeltung für einen neuen Raketenangriff der Hamas, bei dem am Morgen in der israelischen Grenzstadt Sderot zwei Menschen leicht verletzt wurden. In Tel Aviv bestätigte die Armee lediglich, dass Angriffe geflogen worden seien. „Es reicht. Israel wird mit Mitteln der Selbstverteidigung seine Bürger vor den Hamas-Raketen schützen“, kündigte Regierungssprecherin Miri Eisin vor den Einsätzen der Luftwaffe an.

Schon am Mittwoch hatten die Israelis bei einem Luftangriff im Süden des Gaza-Streifen fünf Palästinenser getötet. Am Donnerstagmorgen waren zudem einige Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in den Gaza-Streifen eingerückt. Sie hätten jedoch keine Angriffe vorgetragen, sagte eine Armeesprecherin. Die Hamas wirft Israel vor, mit den Luftangriffen die in den innerpalästinensischen Auseinandersetzungen Partei für die gemäßigte Fatah von Präsident Mahmud Abbas zu ergreifen. Israel bestreitet das.

Dutzende Tote bei Kämpfen zwischen Hams und Fatah

Israel hat wiederholt erklärt, sich nicht in die seit Jahren schwersten Kämpfe um die Vorherrschaft in den Palästinensergebieten einmischen zu wollen, bei denen seit vorigen Freitag mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen sind. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert steht in dem Dilemma, die Angriffe der Hamas auf Israel einzudämmen, ohne sich wie 2006 im Libanon in einen verlustreichen Krieg zu verstricken.

Auch die Kämpfe zwischen Hamas und Fatah, die erst vor zwei Monaten auf Vermittlung Saudi-Arabiens eine Regierung gebildet hatten, dauerten am Donnerstag an. Dabei kam mindestens drei Kämpfer ums Leben. Allein am Mittwoch wurden bei Kämpfen zwischen beiden Gruppen mindestens 16 Menschen getötet. Abbas sagte wegen der andauernden Gewalt eine geplante Reise in den Gazastreifen ab. Der Präsident wolle warten, bis sich die Lage beruhigt habe, sagte ein hoher Palästinenservertreter in Ramallah. Abbas wollte mit Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas nach Wegen zur Beendigung der Kämpfe suchen. Die Auseinandersetzungen drohen in einen Bürgerkrieg auszuarten. Die EU-Ratspräsidentschaft forderte am Mittwoch ein Ende sowohl der Kämpfe der Palästinenser als auch der Raketenangriffe auf Israel.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die erste Frau

Von Berthold Kohler

Auch das hat es noch nicht gegeben: Eine Rücktrittserklärung eines Bundespräsidenten mit einer politischen Liebeserklärung an seine Frau. Mehr 1 2