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Naher Osten Hizbullah und Israel verhandeln indirekt über Gefangenenaustausch

01.11.2006 ·  Angeblich verhandelt Israel über einen Vermittler der UN mit der Hizbullah. Das sagte Hassan Nasrallah, Generalsekretär der schiitischen Miliz. Beim Austausch von Gefangenen gebe es „Fortschritte“.

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Zwischen Israel und der Hizbullah gibt es indirekte Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch. Die Verhandlungen seien „ernsthaft“ und es gebe „Fortschritte“, sagte der Generalsekretär der Hizbullah, Hassan Nasrallah, dem Fernsehsender Al Manar. Ein vom UN-Generalsekretär Annan eingesetzter Vermittler spreche mit beiden Seiten. Man tausche „Ideen, Vorschläge und Bedingungen“ aus, auf die er nicht weiter einging. Auch nannte Nasrallah den Namen des Vermittlers nicht. Er wolle „die Angelegenheit nicht komplizieren“, sagte er dem Fernsehsender der Hizbullah. Seit dem 22. September hatte sich Nasrallah nicht mehr öffentlich geäußert. Nun hoffe er auf ein „bestmögliches Ergebnis“, legte sich aber nicht fest, wie lange die Verhandlungen dauern könnten.

Noch in der vergangenen Woche hatte die arabischsprachige Zeitung Al Hayat berichtet, bei Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch gebe es keine Fortschritte. Die Hizbullah hatte am 12. Juli auf israelischem Territorium die beiden israelischen Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev entführt, worauf der 34 Tage dauernde Krieg zwischen Israel und der Hizbullah begann. Die UN-Resolution, die den Krieg beendete, forderte die bedingungslose Freilassung der beiden Soldaten. Die Hizbullah will sie nur im Austausch gegen libanesische Häftlinge freilassen, die derzeit in israelischen Gefängnissen einsitzen. Das hat Israel bisher ausgeschlossen. Nachdem die Hizbullah im Jahr 2000 israelische Soldaten entführt hatte, dauerten die Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch vier Jahre.

„Politische Lage in Beirut fragil“

In dem Interview, das überwiegend der libanesischen Innenpolitik gewidmet war, drohte Nasrallah mit dem Druck der „Straße“, sollten die Konsultationen unter den libanesischen Parteien scheitern, die Parlamentspräsident Berri vom kommenden Dienstag an einberufen will. Nasrallah erwartet, daß aus Verhandlungen eine Regierung der nationalen Einheit hervorgehen werde und forderte unabhängig davon, die Wahlen vorzuziehen. Er wies eine Stationierung von Unifil-Soldaten im ganzen Land und nicht nur im Süden des Libanons zurück, da dies nur den Interessen der syrienkritischen Parlamentsmehrheit diene. Abermals lehnte Nasrallah eine Entwaffnung der Hizbullah durch Unifil-Soldaten ab. Den „Widerstand“ im Libanon bezeichnete er als „stark und zusammenhaltend“. Damit ging er auch auf die größte Demonstration der Stärke Israels seit dem Ende des Kriegs ein. Wenige Stunden vor dem Interview überflogen mehrere israelische Flugzeuge Südbeirut und andere Städte des Libanon.

In Israel herrscht unterdessen weiter Zurückhaltung bei offiziellen Aussagen über die Art des Waffenschmuggels an die Hizbullah. Mittlerweile berichteten nicht nur Israel, sondern auch die libanesische Regierung und die UN darüber, sagte der Sprecher im israelischen Außenministerium Regev am Mittwoch. Dabei gehe es um Waffentransporte in Lastwagen, die nicht an den offiziellen Grenzübergängen, sondern über offenes Gelände von Syrien in den Libanon gelangten. Nachweisbar sei auch, daß die dabei verwendeten Container nicht „allgemein Rauschgift schmuggeln, sondern gezielt zur Hizbullah“ in den Süden gingen, sagte Regev. Mit Hilfe der international kritisierten Überwachungsflüge der israelischen Luftwaffe könne Israel diese Transporte beobachten.

General Spiegel, Berater des Verteidigungsministers Peretz, sagte der F.A.Z., es gebe eine Informationssperre darüber, um was für Waffen es sich handle. Inoffiziell gab Spiegel zu erkennen, die politische Lage in Beirut sei fragil. Deshalb wolle Israel nicht mit zu vielen Details über den Schmuggel und die damit verbundenen Vorwürfe zur weiteren Verschlechterung der Lage beitragen, allemal in einer Phase, wo Beirut, UN und andere Mächte versuchten, das Problem im Sinne der UN-Resolution 1701 in den Griff zu bekommen.

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