18.07.2010 · Amerikas Nahost-Sondergesandte Mitchell, Israels Ministerpräsident Netanjahu, Palästinenser-Präsident Abbas sowie die Außenbeauftragte der EU Ashton weilen derzeit im Nahen Osten. Zurecht, haben die Ereignisse auf dem Hilfsschiff „Mavi Marmara“ doch wieder deutlich gemacht, wie rasch dieser Konflikt eskalieren kann.
Von Wolfgang Günter LerchFast hektisch könnte man die Aktivität nennen, die am Wochenende im Nahen Osten zu beobachten war: Dass der unermüdliche George Mitchell, seines Zeichens Nahost-Sondergesandter des amerikanischen Präsidenten, die Sondierungen mit beiden Konfliktparteien fortsetzt, ist nicht weiter verwunderlich.
Doch dass der israelische Ministerpräsident Netanjahu und Palästinenser-Präsident Abbas sich zur gleichen Zeit nach Kairo begeben und auch die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Ashton, sich zu einer Nahost-Visite — inklusive Gaza — aufmacht, zeugt von dem offenkundigen Willen, die diplomatischen Bemühungen zu intensivieren.
Die blutigen Ereignisse auf dem Hilfsschiff „Mavi Marmara“ und die internationale Erregung darüber haben wieder deutlich gemacht, wie rasch dieser Konflikt eskalieren und schwerwiegende Folgen zeitigen kann. Es geht nun um direkte Gespräche. Die Palästinenser wollen sie nur dann aufnehmen, wenn Israel sich auf einen Zeitrahmen einlässt und den umstrittenen Ausbau der Siedlungen beendet. Das kann man ihnen nicht verdenken.
Diplomatisch bemueht?
Abdo Abboud (Kulturmittler)
- 19.07.2010, 20:04 Uhr