Jassir Arafat muß in Jerusalem beerdigt werden - in Reichweite von Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus, also des Staates Israel. Denn Arafat ist der Vater der palästinensischen Nation.
Arafat war ein Terrorist. Er hat Blut vergossen: jüdisches, viel mehr noch palästinensisches. Doch anders als Yomo Kenyatta und Nelson Mandela, die nach dem Untergrund allein auf die politische Karte setzten, brachte es Arafat nicht fertig, der Gewalt unwiderruflich abzuschwören und Staatsmann zu werden. Mit der Rolle des Diplomaten und Politikers hat er nur kokettiert.
Friedlicher Ausgleich ist notwendig
Napoleon hatte durch seine Eroberungskriege Hunderttausende auf dem Gewissen. Nach seiner endgültigen Niederlage verbannten ihn die Engländer 1815 auf die Insel St. Helena, wo er sechs Jahre später starb und begraben wurde. Knapp zwanzig Jahre darauf sahen sich die Briten gezwungen, die Überführung der sterblichen Reste des Eroberers nach Paris zu erlauben, wo er bis heute im Invalidendom ruht. Die Engländer hatten begriffen, daß eine bleibende Aussöhnung mit Frankreich ohne eine Ehrung des französischen Kaisers unmöglich war.
Diese Klugheit ist heute von Jerusalem gefordert. Israelis und Palästinenser leben auf dem gleichen Landstrich. Gewalt, das sollten beide Seiten begriffen haben, bringt keine Lösung. Also ist ein friedlicher Ausgleich notwendig. Dafür wiederum braucht man Arafat als Symbolfigur der Palästinenser und Jerusalem als deren Hauptstadt. Eine würdige Ruhestätte für Arafat in der allen heiligen Metropole ist die Voraussetzung einer Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Zumindest nach seinem Tod sollte Arafat ausschließlich dem Frieden dienen, indem er eine Grabstätte in Jerusalem erhält.
