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Naher Osten Anschlag in Iran - Sadr auf der Flucht?

14.02.2007 ·  Bei der Detonation einer Autobombe in Sahedan kamen mindestens elf Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde ums Leben. Derweil soll der irakische Schiitenführer Muqtada Sadr aus Furcht vor der amerikanischen Offensive in das Nachbarland geflohen sein.

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Bei einem Bombenanschlag im Südosten Irans sind nach jüngsten Angaben elf Menschen getötet worden. 30 weitere Personen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Bei den Opfern handelt es sich um Mitglieder der paramilitärischen Revolutionsgarde. Ein mit Sprengstoff beladenes Auto explodierte vor dem Bus der Gardisten in der Nähe von Sahedan, der Hauptstadt der Provinz Sistan-Balutschistan an der Grenze zu Pakistan und Afghanistan.

Die Revolutionsgarde ist eine militärische Organisation, die nach der Islamischen Revolution 1979 gegründet wurde und die neben den regulären iranischen Streitkräften existiert. Zu den Hintergründen des Anschlags gibt es in Iran nur vage Andeutungen. „Aufständische und Elemente der Unsicherheit“ stünden hinter der „blinden terroristischen Tat“, zitierte Irna Kassem Resaei, einen Kommandeur der Revolutionsgarde.

Ein Verdächtiger festgenommen

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, ein Verdächtiger sei knapp eine Stunde nach dem Anschlag festgenommen worden. Wie Irna berichtete, stoppte ein mit Sprengstoff beladener Pkw vor dem Bus der Revolutionsgardisten und zwang diesen zum Halten. Die Insassen sprangen heraus und flohen auf Motorrädern, bevor der Wagen wenige Sekunden später explodierte.

In dem Gebiet um Sahedan ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Gefechten zwischen der Polizei und Drogenschmugglern gekommen. Im Juni wurden zwei Menschen bei mehreren Explosion verletzt.

Muqtada Sadr angeblich im Iran

Unterdessen soll sich der irakische Schiitenführer Muqtada Sadr nach Iran abgesetzt haben. Der radikale Geistliche habe Bagdad schon vor Wochen verlassen, sagte ein ranghoher Vertreter der amerikanischen Armee in Washington. Al Sadr werde in Teheran vermutet, wo er Verwandte habe. Ein möglicher Grund für die Flucht könnte die bevorstehende Sicherheitsoffensive amerikanischer und irakischer Truppen sein.

Al Sadrs Miliz, die Mahdi-Armee, gilt als eines der wichtigsten Ziele der Operation. Es sei nicht bekannt, in welchem Ausmaß Sadr seine Miliz vom Exil aus kontrollieren könne, sagte der Gewährsmann, der anonym bleiben wollte.

„Er ist immer noch im Irak“

Muqtada Sadr nahestehende Kreise widersprechen diesen Informationen. Der irakische Schiitenprediger halte sich nach wie vor im Irak auf. „Er ist immer noch im Irak und arbeitet normal“, sagte der Chef von Sadrs Parlamentsfraktion, Nasser el Rubaie, am Mittwoch.

Der Fraktionschef der Sadr-Bewegung, die über 32 der 275 Sitze im Parlament verfügt und mehrere Minister stellt, nannte die Berichte „lächerlich“. Bassam el Aathari, einer von Sadrs Mitarbeitern in der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf, erklärte, Sadr halte sich dort auf. Falls Sadr vorhabe, sich ins Ausland zu begeben, werde dies angekündigt.

Quelle: FAZ.NET mit dpa, AFP und AP
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