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Konzert-Absage in Rotterdam : Polizei erhielt „konkreten Hinweis“ auf Anschlagsplan

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Im Visier von Terroristen? Sänger Miles Michaud (rechts) und Mitglieder seiner Band Allah-Las bei einem Konzert Anfang Juli im französischen Belfort Bild: dpa

Nach der Absage eines Rockkonzerts in Rotterdam wegen einer Anschlagswarnung hat die niederländische Polizei bei einer Durchsuchung einen weiteren Mann festgenommen. Offenbar bestand eine unmittelbare Anschlagsgefahr.

          Die niederländische Polizei hat vor der Konzertabsage in Rotterdam „eine konkrete Information“ über einen geplanten Anschlag auf die amerikanische Rockband Allah-Las erhalten. Die Terrorwarnung am Mittwochabend beruhte auf einem Hinweis der spanischen Polizei, wonach „ein Attentat an diesem Tag, an diesem Ort und auf diese Band verübt werden“ sollte, wie Rotterdams Polizeichef Frank Paauw am Donnerstag sagte. Die Warnung kam knapp eine Woche nach den Anschlägen in Spanien, bei denen 15 Menschen getötet worden waren.

          In der Nacht zum Donnerstag hatte die niederländische Polizei einen Mann im Zusammenhang mit der Anschlagsdrohung festgenommen. Nach Meldungen des öffentlich-rechtlichen Senders NOS wurde der 22 Jahre alte Mann gegen 2 Uhr von Einsatzkräften in seiner Wohnung in der an Belgien grenzenden Provinz Nordbrabant in Gewahrsam genommen. Sein Haus sei durchsucht worden, der Mann werde verhört.

          Derweil teilte die Polizei laut NOS mit, dass ein am Vorabend in Rotterdam festgenommener Fahrer eines Lieferwagens mit Gasflaschen wahrscheinlich harmlos sei. Der Monteur aus Spanier sei betrunken gewesen. Für die Ladung mit Gasflaschen in seinem Wagen habe er eine nachvollziehbare Erklärung geben können.

          Der Wagen war in der Nähe eines für Mittwochabend geplanten Konzerts der amerikanischen Band Allah-Las aufgefallen. Der Auftritt der Musiker, deren Namenswahl nach eigenen Angaben nichts mit religiösen Inhalten zu tun hat, war nach einer Warnung der spanischen Polizei abgesagt worden. Die Musiker aus Kalifornien wollten am Donnerstag für ein Konzert in Warschau nach Polen weiterreisen.

          Niederländische Polizei in der Nähe des Rotterdamer Clubs Maassilo

          Wegen der Terrorwarnung hatten Einsatzkräfte den Veranstaltungsort „Maassilo“ abgeriegelt, in dem die Rockband vor rund tausend Zuschauern auftreten sollte. Die Lage sei unter Kontrolle, hieß es in der Nacht zum Donnerstag.

          Die Musiker aus Kalifornien verließen den Veranstaltungsort unter Polizeischutz. Als die Absage bekanntgemacht wurde, waren laut ANP erst wenige Konzertbesucher vor Ort. Das Trio war noch am Dienstag in Groningen aufgetreten, berichtete die Zeitung „De Telegraaf“.

          Die 2008 gegründete Band sei bereits mehrmals von Muslimen wegen des Namens Allah-Las angefeindet worden. Während Muslime den Namen als Affront gegen ihren Glauben betrachteten, habe die Band bereits mehrmals betont, den Namen wegen seines „heiligen Klanges“ gewählt zu haben. Der Name sei schlicht aus einem Wortspiel mit dem in der Musik häufigen „La-la-la“ entstanden, hieß es im Bericht des „Telegraaf“.

          Die Terrorwarnstufe wurde in den Niederlanden zunächst nicht erhöht. Sie steht bereits auf der vierten von fünf Stufen. Nach dem Terroranschlag in Barcelona am 17. August mit einem Lieferwagen hatte die spanische Polizei in einem von einer mutmaßlichen Terrorzelle genutzten Haus 120 Gasflaschen und Sprengstoff gefunden.

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