http://www.faz.net/-gpf-8wrxy

Nach Terroranschlag : Schweden gedenken in Schweigeminute der Opfer

  • Aktualisiert am

Auf Halbmast: Regierung und Mitglieder des Königshauses nahm an der Gedenkfeier teil. Bild: dpa

„Unsere Demokratie wird über den Fundamentalismus siegen“: Das öffentliche Leben steht in Schweden während einer Gedenkzeremonie für die Opfer des Anschlags in der vergangenen Woche still – die Menschen wollen ein Zeichen setzen.

          Aus Solidarität mit den Opfern des mutmaßlichen Terroranschlags in Stockholm hat Schweden am Montag eine Schweigeminute abgehalten. Begleitet von Glockengeläut und Trauermärschen stand um 12 Uhr mittags das öffentliche Leben kurzzeitig still. An einer Zeremonie in der Hauptstadt nahmen unter anderem Ministerpräsident Stefan Löfven und Mitglieder des Königshauses teil. „Heute betrauern wir die Opfer des Anschlags“, sagte Löfven. Den Betroffenen versicherte er, sie seien nicht allein. Zugleich habe sich die Öffentlichkeit entschlossen gezeigt, sich dem Terror nicht zu beugen: „Unsere Demokratie wird über den Fundamentalismus siegen.“

          Bei dem Anschlag am Freitagnachmittag waren vier Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben stammen zwei der Todesopfer aus Schweden, die beiden anderen aus Großbritannien und Belgien.

          Der Anschlag hat in Schweden erneut eine Debatte über konsequentere Abschiebungen entfacht. Nach Angaben der Behörden soll es derzeit mehr als 12.000 Menschen geben, die sich trotz Anordnungen zur Ausweisung noch im Land aufhalten. Im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl von zehn Millionen hat das skandinavische Land in den vergangenen Jahren die meisten Migranten und Flüchtlinge in Europa aufgenommen. Allein 2015, dem vorläufigen Höhepunkt der Flüchtlingskrise, waren es 163.000 Hilfesuchende.

          Terror in Schweden : Tatverdächtiger sympathisierte mit radikalen Islamisten

          Zeichen gegen Terror und Hass setzen

          Einem festgenommenen 39 Jahre alten Usbeken werfen die Behörden „terroristische Morde“ vor, da er den gestohlenen Lastwagen gesteuert habe, der am Freitag zunächst durch eine Einkaufsmeile und dann in ein Kaufhaus gerast war. Laut eines Zeitungsberichts vom Sonntag hat der Mann die Tat gestanden.

          Die Ermittler sagten, dass der mutmaßliche Täter, dessen Gesuch auf ein Bleiberecht im Juni 2016 abgelehnt worden war und der daher abgeschoben werden sollte, untergetaucht war. Zudem habe er ein Interesse für extremistische Organisationen wie den „Islamischen Staat“ (IS) gezeigt. Mittlerweile gab es eine zweite Verhaftung wegen Terrorverdachts sowie mehrere vorläufige Festnahmen.

          Bereits am Sonntagnachmittag hatten in Stockholm Tausende Menschen eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Mit der sogenannten „Liebes-Kundgebung“ auf einem zentralen Platz nahe des Anschlagsorts wollten sie „ein Zeichen setzen gegen Terror und Hass“.

          Quelle: EPD

          Weitere Themen

          Angriff auf Luxushotel in Kabul Video-Seite öffnen

          Mehrere Tote : Angriff auf Luxushotel in Kabul

          Bewaffnete Angreifer haben das Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt attackiert und mindestens sechs Menschen getötet. Unter den Toten sollen fünf Afghanen und eine Ausländerin sein.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Weltwirtschaftsforum : Alle Augen auf Trump

          Wieder treffen sich die Top-Politiker und Konzernchefs der Welt im kleinen Schweizer Städtchen Davos – auch Amerikas Präsident will dabei sein. Dass das Forum ein Erfolg wird, ist dennoch unsicher. Denn Asiens wichtigster Mann bleibt daheim. Ein Kommentar.

          Neue Details ums „Horrorhaus“ : Fürs Leben gezeichnet

          Über das „Horrorhaus von Perris“, in dem ein Paar seine 13 Kinder jahrelang quälte, wird immer mehr bekannt. Doch die Eltern erklären sich für nicht schuldig. Sind sie Psychopathen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.