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Nach Kurden-Referendum im Irak : Türkei stoppt Ausbildung der Peschmerga

  • Aktualisiert am

Kurdische Peschmerga-Soldaten Ende September nahe der irakischen Stadt Hawidscha an der Front mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ Bild: dpa

Ankara hat mit Verärgerung auf das kurdische Unabhängigkeitsreferendum reagiert. Nun stoppt die Türkei die Zusammenarbeit mit den Peschmerga-Kämpfern – und schwächt so den Kampf gegen den IS.

          Die Türkei hat nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak die Ausbildung der Peschmerga-Kämpfer gestoppt, die im Kampf gegen die Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) eine wichtige Rolle spielen. Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag gab die Entscheidung am Donnerstag im Gespräch mit dem Sender TGRT bekannt und kündigte weitere Maßnahmen an, ohne Einzelheiten zu nennen.

          Zudem will die Türkei nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten Haider al Abadi nur noch Öl von der Regierung in Bagdad kaufen. Dies habe der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in einem Telefongespräch angekündigt. Bislang fließen Tausende Barrel Öl aus dem Nordirak durch türkische Pipelines.

          Das Nato-Mitglied Türkei bildet die Peschmerga seit 2014 im Kampf gegen den IS aus. Besonders im Westen war die Volksbefragung der irakischen Kurden zur Unabhängigkeit kritisiert worden mit dem Hinweis, der Streit darüber könne vom gemeinsamen Kampf gegen die Islamisten ablenken. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte am Dienstag – einen Tag nach der Abstimmung – erklärt, dieser müsse weiter oberste Priorität haben. Die Kurden hatten sich unter anderem in der Stadt Kirkuk dem IS entgegengestellt, als das irakische Militär vor der anrückenden Miliz floh.

          Laut der kurdischen Wahlkommission stimmten am Montag fast 93 Prozent der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak. Das Parlament in Bagdad hat inzwischen angeordnet, Soldaten in die von den Kurden kontrollierten Öl-Felder in der Region um Kirkuk zu entsenden. Sie lehnt Verhandlungen über eine Unabhängigkeit der Kurden-Region ab. Die Türkei und Iran befürchten ihrerseits, dass das Referendum Separatisten unter ihren kurdischen Minderheiten Auftrieb geben könnte.

          Die Türkei hat mit einer Blockade der Region im Norden des Irak gedroht. Zwar werde sein Land nicht davor zurückscheuen, mit größter Härte auf eine Bedrohung der nationalen Sicherheit an seiner Grenze zu reagieren, sagte Yildirim in der Provinz Corum. Dies sei jedoch nicht die bevorzugte Antwort.

          Quelle: Reuters

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