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Nach Merkel-Besuch Bush: „Die Deutschen mögen einfach keinen Krieg“

07.05.2006 ·  Nach dem Besuch von Angela Merkel in Washington ist der amerikanische Präsident George W. Bush zunehmend um Harmonie bemüht. Einem Truppenabzug aus dem Irak erteilt er jedoch eine klare Absage: „Solange ich Präsident bin wird es das nicht geben.“

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Nach den frostigen Zeiten im transatlantischen Verhältnis ist der amerikanische Präsident George W. Bush zunehmend um Harmonie bemüht.

Wenige Tage nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Washington lobte der Präsident am Wochenende in Interviews den Bündnispartner sowie die Kanzlerin persönlich und zeigte Verständnis für die Weigerung Deutschlands, am Krieg gegen den Irak teilzunehmen. „Ich habe langsam erkannt, daß es in der Natur der deutschen Bevölkerung ist, daß sie Krieg verabscheuen“, sagte Bush der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Die Deutschen heute mögen einfach keinen Krieg - egal, wo sie sich auf dem politischen Spektrum befinden. Und das kann ich auch verstehen. Es gibt eine Generation von Menschen, deren Leben wegen eines schrecklichen Krieges völlig aus den Fugen geriet.“

„Saddam zu entfernen war der richtige Schritt“

In der ARD-Sendung „Sabine Christiansen“ verteidigte er zugleich den Irak-Krieg: „Saddam Hussein war ein sehr gefährlicher Mann. Ihn aus der Macht zu entfernen war der richtige Schritt“, sagte der amerikanische Präsident. Bush betonte, daß sich der Irak auf dem richtigen Weg hin zu einer Demokratie nach westlichem Vorbild befinde. „Der einzige Weg den Irak zu verlieren, ist wenn wir die Nerven verlieren. Also wenn wir uns zurückziehen bevor die Arbeit gemacht ist. Solange ich Präsident bin wird es das nicht geben.“

Mit Blick auf das „Nein“ der damaligen rot-grünen Bundesregierung zu Angriffen gegen den Irak sagte Bush in der ARD, er könne verstehen, wenn eine Regierung und ein Volk das anders sehe. Aber die Beziehungen zu Deutschland seien „immer wichtig und gut“ gewesen. Im übrigen habe er „ein sehr gutes Verhältnis zu Kanzler Schröder“ gehabt.

„Ich glaube, die diplomatische Lösung ist möglich“

Das persönliche Verhältnis zu Merkel ist für Bush ein zentrales Merkmal für die Vertiefung der deutsch-amerikanischen Freundschaft. „Ich bin jedenfalls sehr begeistert, wie dieses Verhältnis zu Bundeskanzlerin Merkel beginnt und sich gestaltet“, betonte er bei „Sabine Christiansen“. Bush sagte: „Wenn ich mit Angela spreche, habe ich nicht das Gefühl jetzt mit einer Frau zu sprechen. Das ist keine Kategorie. Nein, da sitzt ein starker Charakter, ein zuverlässiger Mensch vor mir, der klar denken kann und mit mir gemeinsam Strategien entwickeln kann.“

Bush machte erneut deutlich, daß es im Atomstreit mit dem Iran eine friedliche Lösung geben kann. „Ich glaube, die diplomatische Lösung ist möglich und die will ich auch“, sagte Bush in der ARD-Sendung. Die internationale Staatengemeinschaft sei sich einig, daß der Iran nicht die Möglichkeiten zur militärischen Nutzung atomarer Energie erhalten solle. Der amerikanische Präsident zeigte sich zuversichtlich, daß es zu einer gemeinsamen Entschließung im UN-Sicherheitsrat komme.

„Deutschland spielt eine entscheidende Rolle“

Beim Kampf gegen den Terror mißt Bush Deutschland eine führende Stellung bei. „Deutschland spielt im Krieg gegen den Terror eine entscheidende Rolle“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Wenn sich Bundeskanzlerin Merkel hinstelle und sage, daß der Krieg gegen den Terror gewonnen werden müsse oder wichtig für die Sicherheit beider Völker sei, „dann hören die Menschen auf der ganzen Welt zu“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von ddp, Reuters
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