Home
http://www.faz.net/-gpf-75t6v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Nach Massenprotesten Verhandlungen in Pakistan

In Islamabad dauert die Belagerung des Regierungsviertels an. Die Staatsführung verhandelt mit dem populistischen Prediger Tahir ul Qadri. Ul Qadri fordert seit Tagen den sofortigen Rücktritt der Regierung sowie aller Parlamente und Neuwahlen.

© AP Auf Abruf: Pakistanische Polizei am Rande der Protestkundgebungen Ul Qadris

Die Regierung in Pakistan hat versucht, die Belagerung des Regierungsviertels durch Verhandlungen zu beenden. Am Freitag empfing eine Delegation den Anführer der Proteste, den populistischen Prediger Tahir ul Qadri. Dieser hatte zuvor verlangt, mit Staatspräsident Asif Zardari persönlich zu verhandeln, ließ diese Forderung dann aber fallen, ebenso wie seine täglich erneuerten „Ultimaten“ an die Regierung. Ergebnisse der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt.

Jochen Buchsteiner Folgen:

Ul Qadri fordert seit Tagen den sofortigen Rücktritt der Regierung sowie aller Parlamente und Neuwahlen. In Kürze läuft die Legislaturperiode ohnehin aus. Religionsminister Kursheed Shah kündigte die Bildung einer Übergangsregierung für Mitte März an und terminierte die Wahlen auf den 6. Mai. Es fanden sich danach aber keine weiteren Regierungsvertreter, die diesen Zeitplan bestätigen wollten. Vielmehr hieß es, man habe über die Details noch nicht gesprochen.

Pakistans Oberste Korruptionsbehörde weigert sich unterdessen, den vom Supreme Court erlassenen Haftbefehl für Premierminister Raja Pervez Ashraf auszuführen. Der Vorsitzende des „National Accountability Bureau“, Fasih Bokhari, begründete seine Haltung vor den Obersten Richtern mit einem Mangel an Beweisen. Die Ermittlungsergebnisse beruhten bislang nur auf Zeugenaussagen und hätten vor Gericht keinen Bestand, sagte er den Richtern. Bokhari beanspruchte mehr Zeit, um eine Verhaftung zu prüfen. Einer der Richter warf ihm vor, sich wie ein Verteidiger und nicht wie ein Staatsanwalt zu gebärden. Der Oberste Richter, Iftikhar Chaudhry, wies Bokhari an, die Ermittlungsakten ans Gericht zu überstellen. Ashraf soll in seiner Zeit als Energieminister Bestechungsgeld für die Vergabe von Verträgen entgegengenommen haben.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen die Taliban Helden verzweifelt gesucht

Der Taliban-Angriff auf das Parlament in Kabul hat die Schwäche der Regierung offenbart – auch wenn diese die Armee bejubelt. Für den Kampf gegen die Taliban greift sie nun auf eine alte Strategie zurück. Mehr Von Friederike Böge

23.06.2015, 21:44 Uhr | Politik
Schuldenkrise Varoufakis: Vorerst keine neue Maßnahmenliste

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat angekündigt, vorerst keine neue Maßnahmenliste vorzulegen. Die griechische Regierung sei aber jederzeit zu Verhandlungen bereit. Mehr

16.06.2015, 09:38 Uhr | Politik
Referendum Tsipras vermeidet das Wort Rücktritt

Was passiert, wenn sich die Griechen bei der Volksabstimmung gegen die Regierung stellen? Finanzminister Varoufakis hat für den Fall bereits seinen Abschied verkündet. Ministerpräsident Tsipras macht nur vage Andeutungen. Mehr

03.07.2015, 04:34 Uhr | Wirtschaft
Brasilien Hunderttausende wollen Rücktritt der Präsidentin

In Brasilien gingen Hunderttausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt von Brasiliens Präsidentin Rousseff. Mehr

13.04.2015, 11:35 Uhr | Politik
Urteil des Staatsrats Richter billigen griechische Volksabstimmung

Ministerpräsident Tsipras bekommt sein Referendum: Griechenlands oberstes Verwaltungsgericht hat die Abstimmung über die Reformauflagen der Gläubiger genehmigt. Schlechte Nachrichten kommen hingegen aus Luxemburg: Laut Rettungsfonds ist Athen jetzt pleite. Mehr

03.07.2015, 16:35 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.01.2013, 16:04 Uhr

Abitur ohne Wert

Von Heike Schmoll

Die Kultusminister müssen handeln: Es gibt keine Vergleichbarkeit bei der Hochschulreife. Mehr 33 54