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Nach der Wahl in Frankreich Und was wird aus Ségolène Royal?

 ·  Nach ihrer Wahlniederlage in La Rochelle versucht Ségolène Royal zu retten, was noch zu retten ist - und sei es nur der Vorsitz in der Regionalversammlung. Andere Posten in der künftigen Regierung werden konfliktfreier vergeben.

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© dpa Ségolène Royal

Es verheißt nichts Gutes, dass Ségolène Royal am Dienstag zu „twittern“ begonnen hat. Kurz nach ihrer Wahlblamage in der Festungsstadt La Rochelle am Atlantik - sie unterlag mit nur 37 Prozent in der Stichwahl ihrem Herausforderer Olivier Falorni - gibt sich die langjährige Lebensgefährtin François Hollandes kämpferisch. Die 58 Jahre alte Sozialistin muss jetzt zwar darauf verzichten, als Präsidentin der Nationalversammlung den vierten Rang in der Staatshierarchie zu beanspruchen. Aber ihr fallen seither lauter angesehene Posten ein, die sie sich auch vorstellen könnte. „Nichts ist ausgeschlossen“, sagte Ségolène Royal am Dienstag und zog sogar in Erwägung, sich von neuem um den sozialistischen Parteivorsitz zu bewerben.

Das wäre der Albtraum vieler Genossen, die 2008 beim Parteitag in Reims schon ein „Alles außer Ségolène“-Bündnis geschlossen hatten, das schließlich Martine Aubry als Parteivorsitzende hervorbrachte. Frau Aubry hat angekündigt, sich nach der Sommerpause vom Parteivorsitz zurückzuziehen. Präsident Hollande hat verlauten lassen, dass er sich eine berechenbare, loyale Persönlichkeit in der Pariser Rue de Solférino, dem Sitz der Partei, wünsche. Es klang nicht nach dem Porträt seiner früheren Lebensgefährtin.

Vorsitz in der Regionalversammlung als Trost?

„Wie sieht das denn aus, über eine ehrliche Politikerin so herzufallen?“, lautete die Nachricht, die Ségolène Royal am Dienstag über den Nachrichtendienst Twitter verbreitete. Das war nicht auf den Staatspräsidenten gemünzt, sondern auf die Medienaufsichtsbehörde CSA, die prüfen muss, ob die Sozialistin mit ihrer vor der Sperrfrist am Wahlabend aufgezeichneten Racheerklärung einen Regelverstoß beging. Ségolène Royal hatte kurz vor 20 Uhr mit eisigem Lächeln ihre Niederlage verkündet und dem „Verräter“, Wahlgewinner Falorni, Verwünschungen in Form eines Victor-Hugo-Zitates nachgerufen.

In der sozialistischen Parteizentrale wird in Erwägung gezogen, Ségolène Royal mit der Präsidentschaft der Vereinigung der französischen Regionen abzufinden. Die Ratspräsidentin der Region Poitou-Charentes hatte sich seit 2004 schon mehrmals vergeblich um diesen Posten beworben, war jedoch beim Amtsinhaber (und Parteifreund) Alain Rousset auf Granit gestoßen. Jetzt soll Rousset in die Regierung weggelobt werden - die Rede ist von einem neuen Ministerium für eine große Staatsanleihe.

Zumindest die Wahl des sozialistischen Fraktionsvorsitzenden lässt sich harmonischer an. Es herrscht Einigkeit, dass der 47 Jahre alte Abgeordnete Bruno Le Roux die Nachfolge von Jean-Marc Ayrault an der Fraktionsspitze antreten soll. Le Roux’ Wahlkreis liegt am sozialen Brennpunkt im Norden von Paris, im Département Seine-Saint-Denis. Er gilt als Fachmann für Sicherheitsfragen und genießt das Vertrauen Ayraults und Hollandes.

Bei der Wahl des Präsidenten der Nationalversammlung am Donnerstag verspricht es turbulenter zuzugehen. Zwar sind mit Ségolène Royal und Jack Lang gleich zwei „Elefanten“ ausgeschieden. Aber die früheren Minister Jean Glavany und Elisabeth Guigou haben Ansprüche erhoben. Auch Claude Bartolone, der aus seiner Sicht bei der Regierungsbildung übergangen wurde, will sich bewerben. Marylise Lebranchu hält sich noch bedeckt. Es heißt, Hollande und Ayrault wollten eine Frau auf dem Sessel sitzen sehen, der auf einer Empore über den Abgeordneten thront.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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