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Nach der Rückkehr Viele Tote bei Anschlag auf Bhutto

19.10.2007 ·  Während ihres triumphalen Empfangs in Karachi ist auf die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto ein Selbstmordattentat verübt worden. Mindestens 130 Menschen kamen dabei ums Leben, etwa 250 wurden verletzt. Bhutto selbst blieb unversehrt.

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Nach einem triumphalen Empfang bei ihrer Rückkehr nach Karachi ist die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nur knapp einem verheerenden Attentat entgangen. Mindestens 130 Menschen kamen dabei ums Leben, etwa 250 wurden verletzt, wie in der Nacht zum Freitag aus Krankenhäusern verlautete. Bhuttos Konvoi wurde nach Polizeiangaben zunächst von einer Granate getroffen, kurz darauf zündete ein Selbstmordattentäter einen gewaltigen Sprengsatz. Bhutto selbst blieb unversehrt.

Bhutto sei sofort nach den Explosionen in ihre Residenz in Karachi gebracht worden, sagte Polizeichef Azhar Farooqi. An ihrem Lastwagen waren Scheiben zu Bruch gegangen, ein Fahrzeug der Polizeieskorte ging in Flammen auf. Es war die bislang schwerste Anschlagsserie in der Geschichte Pakistans. Zu mutmaßlichen Tätern wollte sich die Polizei zunächst nicht äußern.

Bhutto war vor möglichen Attentätern gewarnt worden

Bhutto war am Donnerstagmittag nach acht Jahren im Exil nach Pakistan zurückgekehrt, wo ihr mehr als 150.000 Anhänger einen jubelnden Empfang bereiteten. Sie wollte umgehend zum Grabmal des Staatsgründers Mohammed Ali Jinnah fahren, doch kam ihr Fahrzeugkonvoi in den überfüllten Straßen nur im Schneckentempo voran. Nach etwa zehn Stunden kam es dann zu den tödlichen Anschlägen. Bhutto war vor möglichen Attentätern gewarnt worden, hatte aber dennoch darauf bestanden, durch die Straßen der Hafenstadt Karachi zu fahren.

Mehr als 120 Tote bei Anschlag auf Bhutto

Präsident Pervez Musharraf nannte die Anschläge eine „Verschwörung gegen die Demokratie in Pakistan“. Die Bevölkerung rief er zur Ruhe auf. Die Regierung werde alles tun, um die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

Bhuttos Mann gibt Regierung in Pakistan Schuld

Der Ehemann der pakistanischen Ex-Ministerpräsidentin Benazir Bhutto hat unterdessen Musharraf für das Attentat auf seine Frau verantwortlich gemacht. „Ich gebe der Regierung die Schuld an diesen Anschlägen“, sagte Asif Ali Sardari am Freitag in Dubai dem Fernsehsender Aryone World Television. Es sei das Werk der pakistanischen Geheimdienste.

Die Europäische Union drängte die pakistanischen Behörden, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. „Solche Taten bringen den Wahlprozess in große Gefahr“, hieß es mit Bezug auf die Wahlen, die im Januar in Pakistan stattfinden sollen.

Gordon Johndroe, der außenpolitische Sprecher der amerikanischen Regierung, betonte, es dürfte Extremisten nicht gestattet werden, freie und demokratische Wahlen in Pakistan zu verhindern. Das Volk müsse über seine Repräsentanten frei entscheiden können.

Entsetzen über Anschläge

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich schockiert über die Anschläge und verurteilte sie zutiefst, wie sein Büro in New York erklärte. Ban rief alle politischen Kräfte in Pakistan dazu auf, die nationale Einheit zu bewahren und zu stärken.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat das Attentat ebenfalls auf Schärfste verurteilt. „Die Brutalität dieser heimtückischen Tat erfüllt uns mit Entsetzen. Ihr liegt die durch nichts zu rechtfertigende Absicht zugrunde, die pakistanische Demokratie zu zerstören. Dem gilt es mit Konsequenz entgegenzutreten“, erklärte Steinmeier in Berlin.

Bhutto will bei der Parlamentswahl im Januar als Spitzenkandidatin ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) antreten. Der Anfang des Monats vom Parlament wiedergewählte Präsident Musharraf sieht sich einer wachsenden Opposition gegenüber. Zur Stärkung seiner Stellung führte er mit Bhutto Gespräche über ein mögliches Bündnis. Im Gegenzug erhielt die frühere Regierungschefin die Zusage, dass sie nach ihrer Rückkehr nicht mit einer Strafverfolgung wegen Korruption rechnen müsse. Die PPP-Politikerin genießt nach zwei Regierungszeiten in weiten Teilen der pakistanischen Bevölkerung hohes Ansehen.

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