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Nach der Hinrichtung Wird Saddam ein Märtyrer?

 ·  Tausende pilgern im Irak an die Grabstätte Saddam Husseins. Seine Tochter Raghda rief im jordanischen Amman einer jubelnden Menge zu, ihr hingerichteter Vater, der „irakische Präsident“, sei ein „Märtyrer“.

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In seinem letzten Brief hatte sich Saddam Hussein einen „Märtyrer“ bezeichnet, und am Montag rief seine Tochter Raghda in Amman einer jubelnden Menge zu, ihr Vater, der „irakische Präsident“, sei ein „Märtyrer“.

Im Koran kommt die Bezeichnung Märtyrer nicht vor. Erst die Tradition des Propheten, die Sunna, entwickelt eine umfassende Theologie des Märtyrertums und versprach den Getöteten, sie würden die Ewigkeit nahe an Gottes Thron verbringen. Anknüpfungspunkt im Koran ist die Sure 3, Vers 163: „Nicht aber rechne du, die da erschlagen sind auf Gottes Weg, für Tote, sondern für Lebende.“ Konsens ist, dass als Märtyrer (shahid) gilt, wer im Dschihad getötet wird oder wer den Tod ungerecht erleidet. Der Islam nimmt damit die jüdisch-christliche Tradition auf, dass ein Märtyrer ist, wer Gott bis in den Tod bezeugt. „Shahid“ heißt in seinem ursprünglichen Wortsinn daher „Zeuge“.

Opfer des Kampfes gegen Kampf gegen Ungläubige?

Märtyrer ist einer, der sein Leben im Kampf gegen zur Verbreitung oder Verteidigung des Islam gelassen, also im Kampf gegen Ungläubige. In der schiitischen Tradition gelten auch der Kalif Ali und dessen Sohn Hussein als Märtyrer, die von der Hand ihrer innerislamischen Widersacher getötet wurden. In vielen islamischen Ländern wird die Auszeichnung Märtyrer auch jenen verliehen, die in Ausübung ihrer Dienstpflicht starben, etwa Soldaten und Polizisten.

Offiziell verleiht keine Stelle die Auszeichnung eines „Märtyrers“. Ob er sich im täglichen Leben durchsetzt, hängt vor allem davon ab, ob die Menschen ihn im Zusammenhang mit einem Namen gebrauchen. Bisher wurde Saddam auch nach seiner Verhaftung weiter „der irakische Präsident“ genannt. Vieles spricht dafür, dass sie vor diesen Titel nun auch noch „der Märtyrer“ setzen werden.

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