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Nach dem Pussy-Riot-Urteil : Eisiges Klima

Putins Staatsmacht hat den Prozess gegen Pussy Riot dazu benutzt, der Opposition im Land zu zeigen, dass noch härtere Zeiten anbrechen. Das Urteil ist aberwitzig.

          Es wäre verständlich, wenn sich Gläubige durch die Aktion der Mitglieder der Punkband Pussy Riot in einer Moskauer Kirche in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlten. Aber das, was der russische Staat aus der Sache gemacht hat, zeugt von ganz anderen Empfindungen. Von Anfang an wurde die Aktion dazu benutzt, der Opposition im Land zu zeigen, dass jetzt (noch) härtere Zeiten anbrechen. Die drei wurden zu Staatsverbrecherinnen stilisiert.

          Dass sie auch unter der Drohung jahrelanger Haft vor Gericht standhaft blieben und ihre Kritik an Präsident Putin wiederholten, müsste der Staatsmacht eigentlich zu denken geben. Deren Abschreckungsstrategie läuft offenbar zunehmend ins Leere. Das lässt für die Zukunft Schlimmes befürchten. Das politische Klima in Russland nähert sich dem Gefrierpunkt. Wie lange kann Putin sein System konservieren?

          Das Urteil gegen die Musikerinnen zeigt, dass Putin internationalem Druck nicht ganz widerstehen kann, obwohl zwei Jahre Freiheitsstrafe für eine Geschmacklosigkeit von einer Minute Dauer in einer Kirche immer noch aberwitzig anmuten.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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