05.04.2009 · Die hinausgezögerte Zustimmung der Türkei zum neuen Nato-Generalsekretär Rasmussen auf dem Gipfel in Straßburg wertet Ministerpräsident Erdogan als Sieg. Die türkische Presse nennt gleich mehrere Zugeständnisse, die Ankara erhalten haben soll.
Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat die hinausgezögerte Zustimmung seines Landes zum neuen Nato-Generalsekretär Rasmussen auf dem Gipfeltreffen in Straßburg als Sieg der Türkei dargestellt. Erst nachdem Staatspräsident Gül versichert worden sei, dass der amerikanische Präsident Obama als „Garant“ für die Beseitigung türkischer Vorbehalte gegen Rasmussen wirken werde, habe die Türkei ihr Einverständnis erklärt, sagte Erdogan.
So habe Obama Ankara garantiert, dass einer der Stellvertreter Rasmussens ein Türke sein werde. „Wir hoffen, dass die der Türkei gegebenen Garantien erfüllt werden“, sagte Erdogan, der die Erwartung aussprach, Obama werde sich in seiner Rede vor dem türkischen Parlament an diesem Montag dazu äußern. Rasmussen und Obama werden einander am Montag in Istanbul nochmals begegnen. „Dann werden wir diese Dinge wahrscheinlich diskutieren“, sagte Erdogan.
Laut türkischen Medienberichten hat Ankara auch die Zusage erhalten, Rasmussen werde in Istanbul im Streit über die 2005 zuerst in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Mohammed-Karikaturen ein „Zeichen der Entschuldigung“ setzen. Erwartet werde zudem, dass Kopenhagen gegen den von Dänemark aus sendenden kurdischen Sender „Roj-TV“ vorgehe, hieß es. In der Türkei gilt Roj-TV als Sprachrohr der terroristischen Kurdenorganisation PKK.