Home
http://www.faz.net/-gq5-11oh6
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach dem Eklat Erdogan und Peres glätten die Wogen

30.01.2009 ·  Der Streit in Davos über den Gaza-Krieg soll die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel nicht belasten. Das haben der israelische Präsident Peres und der türkische Ministerpräsident Erdogan versichert.

Artikel Bilder (1) Video Lesermeinungen (0)

Nach dem Eklat in Davos am Donnerstag waren der türkische Ministerpräsident Erdogan und der israelische Präsident Peres am Freitag bemüht, die Wogen zu glätten. In einem Telefongespräch mit Erdogan habe Peres den Vorfall bedauert und ihm seinen Respekt versichert, meldete der israelische Rundfunk. Der Sender BBC zitierte Erdogan mit den Worten, er habe seine Ehre und die der Türken verteidigen müssen. Beide Politiker hätten aber hervorgehoben, dass die jüngste Auseinandersetzung die Beziehungen zwischen beiden Staaten nicht belasten werde.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Erdogan am Donnerstagabend unter Protest eine Podiumsdiskussion verlassen, auf der Präsident Peres die israelische Militäroffensive im Gazastreifen gerechtfertigt hatte. Erdogan, der Israel vorhielt, unschuldige Zivilisten getötet zu haben, war empört darüber, dass ihm der Moderator nicht ausreichend Zeit für eine Erwiderung gegeben hatte. „Wenn es ums Töten geht, mit dem Töten kennt ihr euch sehr gut aus“, hatte Erdogan in Davos zu Peres gesagt. Zwei israelische Regierungschefs, deren Namen er gern nennen könne, hätten ihm gegenüber gesagt: „Wir sind glücklich, wenn wir in Palästina mit Panzern und Waffen eindringen.“ Anlässlich seiner Rückkehr nach Istanbul wurde Erdogan am Freitag von tausenden Türken bejubelt. (Siehe: Eklat in Davos: Erdogan stürmt vom Podium)

Erdogan hatte sich schon zuvor ungewöhnlich kritisch über die israelische Offensive in Gaza geäußert. Das ließ in Israel die Sorge wachsen, einen wichtigen Partner in der islamischen Welt zu verlieren, der etwa bei den Friedensgesprächen mit Syrien bisher eine konstruktive Rolle spielte.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Podiumsdiskussion mit Israels Präsident Peres verlassen. Anlass war ein Streit über den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen.

Unterdessen will die israelische Regierung juristisch und diplomatisch gegen die Klage vorgehen, die ein spanisches Gericht gegen sechs Militärs und den früheren Verteidigungsminister Ben-Eliezer zugelassen hat. Nach Ansicht des Nationalen Gerichtshofs in Madrid stehen sie unter dem Verdacht, sich im Juli 2002 bei einem Luftangriff in Gaza Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht zu haben. Damals war das Haus des Hamas-Mitglieds Salah Schehada bombardiert worden, dem Israel Terroranschläge mit mehr als 100 Toten vorgeworfen hat. Er sowie 14 Zivilisten, darunter neun Kinder, wurden damals getötet.

Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte hatte in Spanien, wo wegen solcher Vorwürfe auch gegen abwesende Ausländer prozessiert werden kann, Klage erhoben. Die israelische Regierung will nun nach Presseberichten in Spanien deutlich machen, dass der Angriff in Israel schon juristisch geprüft worden sei und das Militär seine Konsequenzen daraus gezogen habe. Außenministerin Livni telefonierte mit dem spanischen Außenminister Moratinos und forderte ihn dazu auf, auf die Justiz einzuwirken, um die Ermittlungen zu stoppen. In Israel fürchtet man auch nach der jüngsten Gaza-Offensive eine Welle von Klagen gegen Militärs im Ausland.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Der Fall Duisburg

Von Reiner Burger

Adolf Sauerland ist auf tragische Weise zum bekanntesten Oberbürgermeister Deutschlands geworden. Und zweifelsfrei ist der Duisburger Wahlgang ein Einschnitt in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Mehr 1 14