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Großbritannien : Mehr rassistische Gewalt seit Brexit-Votum

  • Aktualisiert am

Demonstration gegen Rassismus in London Bild: Picture-Alliance

Seit dem britischen Referendum über den Austritt aus der EU steigt in England und Wales die Zahl fremdenfeindlicher Straftaten. Betroffen sind nicht nur Muslime.

          Seit dem Brexit-Referendum hat die Zahl fremdenfeindlicher Straftaten in England und Wales deutlich zugenommen. Polizeistatistiken zeigten, dass die Zahl rassistisch oder religiös motivierter Übergriffe im Juli um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sei, teilte das britische Innenministerium am Donnerstag mit. Im Juli 2015 seien knapp 4000 Fälle so genannter Hassverbrechen registriert worden, im Juli 2016 seien es rund 5500 gewesen. Dazu zählten verbale wie körperliche Angriffe gegen Bürger anderer EU-Nationen sowie gegen britische Muslime und Angehörige anderer Minderheiten.

          Am 23. Juni hatte sich eine knappe Mehrheit der britischen Wähler für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Ein Streitpunkt dabei war vor allem das Thema Zuwanderung. Schon im Juni habe sich ein Anstieg abgezeichnet, „gefolgt von einem noch drastischeren Anstieg im Juli“: In den zwei Wochen bis zum Tag des Referendums wurden über 1500 Übergriffe gemeldet, in den zwei Wochen danach stieg die Zahl stark an, auf über 2200 Hassverbrechen.

          Im August seien die Zahlen dann wieder etwas gefallen, hätten aber immer noch über dem Niveau in den Monaten vor dem Brexit-Entscheid gelegen. „Niemand in diesem Land sollte wegen seiner Identität Opfer von Angst, Einschüchterung oder sogar – wie in einem Drittel der Fälle – von Gewalt werden“, sagte Mark Hamilton, der im Rat der britischen Polizeichefs für das Thema Hasskriminalität zuständig ist, nach Angaben der britischen Online-Zeitung „The Independent“.

          Zum Gedenken an einen Polen, der Opfer eines so genannten Hassverbrechens geworden war, wurden in der englischen Stadt Harlow Blumen niedergelegt.
          Zum Gedenken an einen Polen, der Opfer eines so genannten Hassverbrechens geworden war, wurden in der englischen Stadt Harlow Blumen niedergelegt. : Bild: AP

          Schon kurz nach dem Referendum hatten sich Berichte über Demonstrationen vor Moscheen und fremdenfeindliche Graffiti gehäuft. „Die Zahlen machen sehr deutlich, dass einige Leute das Referendum nutzten, um ihre erbärmliche Sichtweise zu rechtfertigen oder Intoleranz und Hass zu verbreiten“, sagte der Chef der regierungsgeförderten Menschenrechtskommission, David Isaac, zu dem Bericht.

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