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Nach Bhutto-Attentat Drei Tage Staatstrauer, 58 Tote

31.12.2007 ·  Nach dem Mord an der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto wurden bei Unruhen mindestens 58 Menschen getötet. Unterdessen bahnt sich eine Verschiebung der Parlamentswahl um „vier Wochen, wenn nicht mehr“ an, wie ein Regierungsvertreter sagte.

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Nach dem Mord an der Oppositionsführerin Benazir Bhutto wird die pakistanische Parlamentswahl aller Wahrscheinlichkeit nach um mehrere Wochen verschoben. Eine Verschiebung um „vier Wochen, wenn nicht mehr“ sei „sicher“, sagte ein pakistanischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Islamabad. Ein weiterer Regierungsvertreter sagte, es komme angesichts der landesweiten Unruhen, die die Wahlvorbereitungen beeinträchtigten, „nicht in Betracht, dass die Wahlen am 8. Januar stattfinden werden.“ Die Wahlkommission wollte nach eigenen Angaben am Dienstag ihre Entscheidung über den Wahltermin verkünden.

Angesichts des tödlichen Anschlags auf Bhutto und der anschließenden Ausschreitungen mit dutzenden Toten beriet die nationale Wahlkommission in einer Dringlichkeitssitzung, ob die Parlamentswahlen wie geplant am 8. Januar stattfinden sollen. Die Kommission werde „Dienstagmorgen eine Ankündigung machen“, sagte der Sprecher Kanwar Dilshad. Nach neuesten offiziellen Angaben wurden bei den Unruhen mindestens 58 Menschen getötet. Laut einem Regierungsvertreter wurden unter anderen auch mehr als 40 Büros der Wahlkommission zerstört.

Das öffentliche Leben geht weiter

Bhuttos Pakistanische Volkspartei (PPP) bekräftigte, dass eine Verschiebung der Wahlen für sie nicht in Frage komme. „Wir sind bereit für die Wahlen und wollen keine Verzögerung“, sagte ein ranghoher Parteifunktionär, Shah Mahmood Qureshi. Andernfalls werde eine Parteikommission einberufen, um über das künftige Vorgehen zu entscheiden. Dagegen verlautete aus dem Umfeld der Familie Bhutto, ein Aufschub innerhalb eines „vernünftigen“ zeitlichen Rahmens könne akzeptiert werden. Auch aus der zweitgrößten Oppositionspartei PML-N hieß es, ein „leichter Aufschub“ sei hinnehmbar. „Die Wut ist momentan sehr groß, und wenn es um einen leichten Aufschub geht, ist es akzeptabel“, sagte der Sprecher Raja Zafar ul-Haq.

Nach drei Tagen Staatstrauer begann in Pakistan unterdessen wieder das öffentliche Leben. Läden, Tankstellen und Banken öffneten am Montag ihre Türen, Privatautos, Taxis und Busse füllten die Straßen und Millionen Menschen gingen ihren Geschäften nach. „Karachi ist wie eine normale Stadt“, sagte ein Bewohner der Wirtschaftsmetropole, Zafar Sheikh. Auch in der Hauptstadt Islamabad, in der östlichen Stadt Lahore und in anderen Städten waren wieder die Basare, Geschäfte und Restaurants geöffnet. Der Mord an Bhutto am Donnerstag hatte Pakistan in einen Schockzustand versetzt.

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