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Nach Atomwaffentest : UN-Sicherheitsrat verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

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Der UN-Sicherheitsrat hat am Donnerstag härtere Sanktionen gegen Nordkorea verabschiedet Bild: AFP

Ungeachtet atomarer Drohgebärden von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat der UN-Sicherheitsrat härtere Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Sie richten sich gegen Diplomaten, internationalen Zahlungsverkehr und mutmaßliche Waffenhändler.

          Vor dem Hintergrund des jüngsten  nordkoreanischen Atomwaffentests hat der UN-Sicherheitsrat neue  Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Das UN-Gremium votierte am  Donnerstag in New York einstimmig für einen Resolutionsentwurf, auf  den Amerika und China verständigt hatten. Die Strafmaßnahmen  richten sich unter anderem gegen nordkoreanische Diplomaten und den  Zahlungsverkehr mit dem abgeschotteten Land, außerdem werden mutmaßliche Waffenhändler Pjöngjangs auf eine Schwarze Liste gesetzt.

          Kurz vor der Entscheidung über neue UN-Sanktionen hatte Nordkorea den Vereinigten Staaten mit einem atomaren Erstschlag gedroht. „Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir das uns zustehende Recht eines Präventiv-Schlages gegen die Kommandozentralen der Aggressoren üben, um unsere höchsten Interessen zu schützen“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Pjöngjang nach einem Bericht der offiziösen Nachrichtenagentur KCNA vom Donnerstag.

          Nordkorea wirft den Vereinigten Staaten und Südkorea vor, gemeinsame Manöver zu nutzen, um einen Angriff auf den kommunistischen Staat vorzubereiten. Nordkorea hat seinerseits ebenfalls Manöver in einem ungewöhnlich großen Umfang gestartet.Am Dienstag drohte
          Pjöngjang mit der Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens mit Südkorea, das nach dem Korea-Krieg im Jahr 1953 geschlossen worden war.

          Südkoreanische Truppen in Alarmbereitschaft

          Südkorea erhöhte am Donnerstag als Reaktion die Alarmbereitschaft seiner Streitkräfte. Das Militär sei „vollständig“ auf mögliche Provokationen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Nach Einschätzung des Ministeriums bereitet Nordkorea derzeit ein „massives“ Militärmanöver vor. Südkoreas Militär befürchtet, das Manöver könnte auch zu Provokationen führen.

          An diesem Donnerstag steht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Abstimmung über weitere Sanktionen gegen Nordkorea an. Die Staatengemeinschaft will damit auf den Test einer Langstreckenrakete Nordkoreas im Dezember und einem unterirdischen Atombombentest im Februar reagieren. Die Vereinigten Staaten hatten sich mit China - einer der letzten Verbündeten des isolierten Landes - auf den Resolutionsentwurf geeinigt. Im Fokus stehen dabei Beschränkungen von Finanztransaktionen.

          Vor UN-Sanktionen : Nordkorea droht mit atomarem Erstschlag

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