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Nach Anschlag in Ägypten Papst ruft zum Schutz der Christen auf

 ·  Bei einem Selbstmordanschlag auf koptische Christen in Ägypten sind in der Silvesternacht 22 Menschen getötet worden. Wütende Christen bewarfen nach dem Anschlag eine Moschee in der Nähe mit Steinen.

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Ein Selbstmordattentäter hat sich in der Neujahrsnacht vor einer großen koptischen Kirche in Alexandria in die Luft gesprengt und dabei mindestens 21 Gläubige mit in den Tod gerissen. Mindestens 43 weitere Menschen wurden nach Angaben aus dem ägyptischen Gesundheitsministerium verletzt. Unter ihnen seien auch muslimische Passanten gewesen. Die Bombe entfaltete ihre verheerende Wirkung, als die Kirchgänger aus der Mitternachtsmesse in der St. Markus- und Petri-Kirche im Stadtteil Sidi Bischr strömten.

Die Terroristen schlugen etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht zu, als die Neujahrsmesse der koptischen Christen zu Ende ging. In ersten Berichten hatte es geheißen, der Sprengsatz in einem Auto vor der Kirche sei aus der Entfernung gezündet worden. Am Samstagvormittag teilte das ägyptische Innenministerium in Kairo jedoch mit, dass ein im Fahrzeug sitzender Selbstmordattentäter den Anschlag verübt habe. Die Terroristen hätten etwa 100 Kilogramm Sprengstoff benutzt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Ohne nähere Erläuterung beschuldigte die Behörde „ausländische Elemente“ als Drahtzieher und Ausführende der Bluttat. Tatsächlich hatte kürzlich eine Gruppe mit Verbindungen zu Al Qaida im Irak den Christen im ganzen Nahen Osten mit Anschlägen gedroht. Die Organisation wirft den Kopten vor, zwei vom Christentum zum Islam konvertierte Frauen als „Geiseln“ festzuhalten.

Wütende Christen bewarfen nach dem Anschlag eine Moschee in der Nähe mit Steinen. Die Polizei trieb die Menge auseinander. Präsident Husni Mubarak rief alle Ägypter, ob Christen oder Muslime, auf, sich gemeinsam dem Terrorismus und allen zu widersetzen, die die Sicherheit und Einheit des Landes bedrohten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt über den Anschlag und erklärte: „Ich verurteile diesen Akt der Brutalität gegen Menschen, die bei einer Messe friedlich das neue Jahr begehen wollten, auf das Schärfste.“ Etwa zehn Prozent der Ägypter sind Christen. Wegen des Baus von Kirchen, Konvertierungen und Landdisputen kommt es immer wieder zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen.

Papst Benedikt XVI. hat die Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Christen in ihrem Land besser zu schützen. Die Regierungen müssten mit „konkretem und dauerhaftem Engagement“ und nicht nur mit Worten gegen Diskriminierung und religiöse Intoleranz vorgehen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag bei der Neujahrsmesse im Petersdom in Rom. Er appelliere „eindringlich“, sich bei dieser „schwierigen Mission“ nicht entmutigen und einschüchtern zu lassen. Die Menschheit dürfe angesichts von Gewalt nicht resignieren und sich nicht an Konflikte gewöhnen, die zu Opfer führten und die Zukunft der Völker gefährdeten.

Papst Benedikt XVI. hatte bereits in seiner Weihnachtsansprache zur Unterstützung für verfolgte Christen weltweit aufgerufen. Politiker aller Staaten müssten „tätige Solidarität“ mit Christen insbesondere im Irak und „im ganzen Nahen Osten“ zeigen.

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