28.11.2007 · Bush, Olmert und Abbas verhandeln im Weißen Haus / Washington lobt die Araber
Von Jörg Bremer, WashingtonDer amerikanische Präsident Bush hat nach der Nahost-Konferenz in Annapolis am Mittwoch im Weißen Haus in Washington mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert und dem palästinensischen Präsidenten Abbas über einen Frieden im Nahen Osten verhandelt. Während ihrer Zusammenkunft in Washington wollten die drei Politiker zudem formell die Gespräche über einen endgültigen Status der Palästinensergebiete aufnehmen. Am 12. Dezember sollen dann zum ersten Mal die Delegationen beider Seiten miteinander reden. Bush wollte zudem mit Olmert alleine über das iranische Atomprogramm und die Koordinierung künftiger Verhandlungen mit Syrien sprechen, wie es im Weißen Haus hieß.
Bushs Sprecherin Dana Perino sagte am Mittwoch in Washington, der Präsident danke Olmert und Abbas für ihren Mut. Ein Frieden im Nahen Osten liegt nach den Worten der amerikanischen Außenministerin Rice „im nationalen Interesse“ der Vereinigten Staaten. Es werde zweifellos ein sehr schwieriger Friedensprozess werden, „aber wir hatten Unterstützung (in Annapolis), die wir von arabischen Staaten in der Vergangenheit nicht hatten“, sagte Frau Rice dem amerikanischen Sender NBC.
Zuversicht bei den Palästinensern
In Israel mehrten sich unterdessen auch aus der Umgebung der Regierung Zweifel daran, dass innerhalb eines Jahres ein Ausgleich mit den Palästinensern gelingen werde. Staatsminister Ajalon von der Arbeiterpartei sagte, selbst bei größtem Optimismus könne niemand daran glauben, dass Ende 2008 ein „voller Frieden zwischen den Völkern“ erreichbar sei. Selbst Olmert soll nach einem Bericht der Zeitung „Maariv“ Zweifel geäußert haben. Er sei skeptisch, ob Abbas stark genug sei, um seine Verpflichtungen in die Tat umzusetzen. Olmert sehe es aber als einen Erfolg an, dass sich Israel in der in Annapolis von Bush verlesenen Vereinbarung mit den Palästinensern nicht zu eindeutigen Zugeständnissen verpflichtet habe. So hätten die Palästinenser vergeblich verlangt, einen Endstatusvertrag innerhalb von sechs Monaten abzuschließen, zitiert die Zeitung den israelischen Ministerpräsidenten.
Aus der palästinensischen Führung gab es dagegen am Mittwoch zuversichtliche Stimmen. „Wo ein Wille ist, da kann es auch eine Übereinkunft geben, selbst vor Ende 2008. Wenn es aber niemand will, dann wird es länger dauern“, sagte Gefangenenminister Adschrami. In Europa wurden die Chancen gewürdigt, die sich nach Annapolis eröffnen.
Der Traum eines friedlichen Miteinanders der beiden Völker könne wahr werden, sagte Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch. Von der Konferenz sei ein „hoffnungsvolles Signal“ ausgegangen. Die EU hieß den baldigen Beginn neuer Nahost-Verhandlungen als „historischen Schritt“ gut. Die Annapolis-Konferenz „stellt einen Wendepunkt für die regionalen und internationalen Partner in der Unterstützung eines gerechten, dauerhaften und umfassenden Friedens im Nahen Osten dar“, teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft mit.
Ahmadineschad bezeichnete die Konferenz als „unwichtig“
Bei der Beerdigung eines palästinensischen Demonstranten, der am Dienstag bei einer Demonstration gegen die Nahost-Konferenz von Sicherheitskräften getötet worden war, wurden am Mittwoch in Hebron etwa 30 Personen verletzt. Nach Angaben von Augenzeugen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, als Poliziste gegen mehrere tausend Palästinenser vorgingen und dabei in die Luft feuerten.
Der iranische Präsident Ahmadineschad bezeichnete die Konferenz in Annapolis als „unwichtig“ und als „amerikanische Propaganda für die Zionisten“. Irans Kultusminister Safar Harandi bezeichnete die gemeinsame Erklärung als „ein wertloses Papierschnitzel“.
Ein "Friedensvertrag" setzt eigentlich einen handfesten "UNFRIEDEN" voraus!
Ellen van Ark (e.vanark)
- 28.11.2007, 21:34 Uhr
Dieser Fototermin
heinz peter (pitiplatsch)
- 29.11.2007, 05:31 Uhr
ich kann das gespräch böser jude nicht mehr hören
Jonathan Geiss (john316)
- 29.11.2007, 11:03 Uhr
Niemal dürfen wir vergessen....
Marcella van Rijsweg (vanrijsweg)
- 01.12.2007, 12:01 Uhr
Jörg Bremer Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.
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