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Nach Amoklauf von Newtown : Obama will Waffenrecht schnell verschärfen 

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Vizepräsident Joe Biden soll die Kommission zur Waffengewalt leiten, die Präsident Barack Obama ins Leben ruft Bild: REUTERS

Nach dem Amoklauf von Newtown macht Präsident Obama bei der Verschärfung des Waffenrechts Druck. Schon im Januar will er dem Kongress entsprechende Gesetzesvorschläge vorlegen. Vizepräsident Biden soll eine Kommission zur Waffengewalt leiten.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat angekündigt, dem Kongress schon im Januar Vorschläge für strengere Waffengesetze vorzulegen. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus teilte er ferner mit, dass er Vizepräsident Joseph Biden zum Vorsitzenden einer Kommission ernannt habe, die sich nach dem Amoklauf von Newtown mit dem Problem der Waffengewalt in Amerika auseinandersetzen soll. Die Kommission soll sich nicht nur mit einer Reform des Waffenrechts befassen, sondern auch mit Gewalt in Filmen und Computerspielen sowie der Behandlung von psychisch Kranken in Amerika. Biden hatte sich in seinen Jahren als Senator für strengere Waffenkontrollen in Amerika eingesetzt.

          Bei dem Massenmord von Newtown hatte der Täter 27 Menschen umgebracht, bevor er sich selbst erschoss. Zwanzig der Opfer waren Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. Der Amokläufer schoss in einer Grundschule mit einem halbautomatischen Sturmgewehr um sich. Obama hatte nach dem Amoklauf „wirkungsvolle Maßnahmen“ gefordert. Am Dienstag sagte er, er werde eine Initiative der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein für ein Verbot von Sturmgewehren unterstützen. Aus dem Weißen Haus hieß es, der Präsident sei erfreut, dass viele Demokraten und Republikaner öffentlich ihre Meinung zu dem Thema geändert hätten und nun strengere Waffengesetze befürworteten.

          Präsident Obama will die Waffengesetze in Amerika verschärfen - hier eine Szene aus einem Waffengeschäft in Tucker, Georgia
          Präsident Obama will die Waffengesetze in Amerika verschärfen - hier eine Szene aus einem Waffengeschäft in Tucker, Georgia : Bild: dpa

          Am Dienstagabend veröffentlichte auch die „National Rifle Association“ (NRA), die als mächtigste Lobbyorganisation der Waffenhersteller und -besitzer gilt, eine erste Stellungnahme zu dem Amoklauf. „Die NRA besteht aus vier Millionen Müttern und Vätern, Söhnen und Töchtern - und wir sind angesichts der Nachrichten über die schrecklichen und sinnlosen Morde in Newtown schockiert, traurig und gebrochenen Herzens“, heißt es darin. „Wir haben uns aus Respekt vor den Familien und aus allgemeinem Anstandsgefühl bislang eines Kommentars enthalten, um Zeit für Trauer, Gebet und Untersuchung der Vorfälle zu gewährleisten.“ Die NRA sei dazu bereit, „bedeutungsvolle Beiträge“ zu leisten, damit sich etwas wie der Amoklauf von Newtown niemals wiederholen könne. Nähere Angaben darüber, worin ein solcher Beitrag bestehen könne, machte die NRA zunächst nicht.

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