Home
http://www.faz.net/-gq5-7570p
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Amoklauf von Newtown Obama will Waffenrecht schnell verschärfen 

 ·  Nach dem Amoklauf von Newtown macht Präsident Obama bei der Verschärfung des Waffenrechts Druck. Schon im Januar will er dem Kongress entsprechende Gesetzesvorschläge vorlegen. Vizepräsident Biden soll eine Kommission zur Waffengewalt leiten.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (12)
© REUTERS Vergrößern Vizepräsident Joe Biden soll die Kommission zur Waffengewalt leiten, die Präsident Barack Obama ins Leben ruft

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat angekündigt, dem Kongress schon im Januar Vorschläge für strengere Waffengesetze vorzulegen. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus teilte er ferner mit, dass er Vizepräsident Joseph Biden zum Vorsitzenden einer Kommission ernannt habe, die sich nach dem Amoklauf von Newtown mit dem Problem der Waffengewalt in Amerika auseinandersetzen soll. Die Kommission soll sich nicht nur mit einer Reform des Waffenrechts befassen, sondern auch mit Gewalt in Filmen und Computerspielen sowie der Behandlung von psychisch Kranken in Amerika. Biden hatte sich in seinen Jahren als Senator für strengere Waffenkontrollen in Amerika eingesetzt.

Bei dem Massenmord von Newtown hatte der Täter 27 Menschen umgebracht, bevor er sich selbst erschoss. Zwanzig der Opfer waren Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. Der Amokläufer schoss in einer Grundschule mit einem halbautomatischen Sturmgewehr um sich. Obama hatte nach dem Amoklauf „wirkungsvolle Maßnahmen“ gefordert. Am Dienstag sagte er, er werde eine Initiative der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein für ein Verbot von Sturmgewehren unterstützen. Aus dem Weißen Haus hieß es, der Präsident sei erfreut, dass viele Demokraten und Republikaner öffentlich ihre Meinung zu dem Thema geändert hätten und nun strengere Waffengesetze befürworteten.

Am Dienstagabend veröffentlichte auch die „National Rifle Association“ (NRA), die als mächtigste Lobbyorganisation der Waffenhersteller und -besitzer gilt, eine erste Stellungnahme zu dem Amoklauf. „Die NRA besteht aus vier Millionen Müttern und Vätern, Söhnen und Töchtern - und wir sind angesichts der Nachrichten über die schrecklichen und sinnlosen Morde in Newtown schockiert, traurig und gebrochenen Herzens“, heißt es darin. „Wir haben uns aus Respekt vor den Familien und aus allgemeinem Anstandsgefühl bislang eines Kommentars enthalten, um Zeit für Trauer, Gebet und Untersuchung der Vorfälle zu gewährleisten.“ Die NRA sei dazu bereit, „bedeutungsvolle Beiträge“ zu leisten, damit sich etwas wie der Amoklauf von Newtown niemals wiederholen könne. Nähere Angaben darüber, worin ein solcher Beitrag bestehen könne, machte die NRA zunächst nicht.

  Weitersagen Kommentieren (9) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Barack Obama Staffelschwimmer in den Strömen der Geschichte

Auf dem „Bürgerrechtsgipfel“ preist Barack Obama den Kampf seines Vorgängers Lyndon B. Johnson gegen Diskriminierung und Armut. Dennoch will er sich nicht als Anwalt der Afroamerikaner präsentieren. Mehr

11.04.2014, 12:46 Uhr | Politik
Trauerfeier in Fort Hood Obama: „Diese Tragödie reißt Wunden auf“

Eine Woche nach dem Amoklauf von Fort Hood gedenkt Amerikas Präsident Obama den Opfern. In seiner Trauerrede spricht er eine unbequeme Wahrheit aus - und eine Mahnung. Mehr

09.04.2014, 22:44 Uhr | Politik
Amerika Das bewaffnete Leben

Immer wieder kommt es in Amerika zu blutigen Amokläufen. Ihr Recht auf den Besitz von Waffen wollen die Amerikaner sich aber nicht nehmen lassen. Ein Besuch in Georgia. Mehr

13.04.2014, 09:50 Uhr | Politik

19.12.2012, 19:00 Uhr

Weitersagen
 

Kiew unter Zugzwang

Von Reinhard Veser

Die Regierung in Kiew muss dringend etwas gegen die Separatisten tun. Ein unbedachtes Vorgehen aber gäbe Wladimir Putin die Rechtfertigung für ein direktes Eingreifen. Das wäre das Ende der Ukraine. Mehr 80 26