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Nach 27 Jahren Schweigen Iran bietet Amerika diplomatische Kontakte an

16.03.2006 ·  Erstmals seit der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran 1979 hat Iran den Vereinigten Staaten diplomatische Kontakte angeboten. Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, zeigte sich zu Gesprächen über die Lage im Irak bereit.

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Erstmals seit 27 Jahren hat Iran den Vereinigten Staaten am Donnerstag offizielle diplomatische Kontakte angeboten. Der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, sagte am Donnerstag in Teheran, Iran sei zu direkten Gesprächen mit Washington über eine Lösung des Konflikts im Nachbarland Irak bereit. „Für Gespräche mit den Vereinigten Staaten über den Irak werden die relevanten Diplomaten ausgewählt“, kündigte Laridschani an.

Der Vorsitzende der religiösen Schiiten-Allianz im Irak, Abdul Asis al Hakim, hatte zuvor um Gespräche Irans mit dem amerikanischen Botschafter in seinem Land, Zalmay Khalilzad, gebeten. Al Hakim hatte mehr als zwei Jahrzehnte im iranischen Asyl gelebt. Seit der Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran 1979 hat es keine diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten gegeben.

Rice: Iran „Zentralbanker des Terrorismus“

Washington hatte Teheran in jüngster Zeit mehrfach vorgeworfen, den Schiiten im Irak Waffen zu liefern. Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete Iran am Donnerstag als „Zentralbanker des Terrorismus“.

Die Regierung in Teheran habe die Welt über ihre nuklearen Aktivitäten belogen und handele entgegen den Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages, sagte Rice bei einem Besuch in Australien. Iran werde „von ein paar Nicht-Gewählten regiert, die die Wünsche der Bevölkerung unterdrücken“.

Rice zeigte sich indes zuversichtlich, daß der UN-Sicherheitsrat einen Weg finden werde, die Regierung in Teheran zu Verhandlungen über ihr Atomprogramm zu bewegen.

Bolton: „Wie am 11. September“

Der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, verglich die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm mit den Anschlägen vom 11. September 2001. „Genau wie am 11. September - nur dieses Mal mit Atomwaffen - darin besteht die Bedrohung“, sagte Bolton am Mittwoch dem Fernsehsender ABC.

Amerika und andere westliche Staaten vermuten, daß Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich Atomwaffen entwickeln will.

Präventivkriegsdoktrin bestätigt

Das Weiße Haus in Washington hat am Donnerstag die neue nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht, die im Wesentlichen die Doktrin eines Präventivschlags gegen Terroristen und feindliche Staaten bekräftigt.

Aus der neuen Sicherheitsstrategie geht auch hervor, daß Washington Iran als die größte Bedrohung der Sicherheit ansieht. „Es gibt wohl keine größere Herausforderung für uns als den Iran“, heißt es darin unter Verweis auf das jahrelang verheimlichte Atomprogramm Teherans. „Die diplomatischen Anstrengungen müssen Erfolg haben, wenn eine Konfrontation verhindert werden soll.“

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