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Myanmar : UN: Verbliebene Rohingya sollen ausgehungert werden

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Hier kann niemand mehr leben: Überreste niedergebrannter Rohingya-Dörfer im Norden von Myanmar. Bild: AFP

Ein Spitzenbeamter der UN klagt an: Nach wie vor gebe es in Myanmar ethnische Säuberungen gegen die muslimische Rohingya-Minderheit. Eine in Aussicht gestellte Rückkehr sei nur Augenwischerei.

          In Myanmar gibt es nach Darstellung der Vereinten Nationen nach wie vor „ethnische Säuberungen“ gegen die muslimische Rohingya-Minderheit. „Es erscheint so als ob es nach wie vor weit verbreitete und systematische Gewalt gegen die Rohingya gibt“, sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, am Dienstag in New York nach einem viertägigen Besuch in der Region.

          „Die Art der Gewalt hat sich verändert vom rasendem Blutvergießen und den Massenvergewaltigungen des vergangenen Jahres zu einer Terrorkampagne von geringerer Intensität und des erzwungenen Hungerns, der anscheinend das Ziel hat, die verbleibenden Rohingya aus ihren Häusern und nach Bangladesch zu zwingen.“

          Rückkehr unmöglich gemacht

          Eine Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen „unmöglich“ und „unvorstellbar“, bekräftigte der UN-Vertreter. „Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie weiterhin nach Bangladesch treibt.“

          Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Im Sommer vergangenen Jahres eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen.

          Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen waren allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet worden. Rund 700.000 Angehörige der Minderheit sind bereits ins überwiegend muslimische Bangladesch geflohen.

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