http://www.faz.net/-gpf-90f07

Australien : Mutmaßliche Flugzeugattentäter planten auch Giftgasanschlag

  • Aktualisiert am

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden vor dem Gerichtsgebäude in Paramatta erhöht. Bild: AFP

Die in Australien festgenommenen mutmaßlichen Terroristen wollten offenbar auch den öffentlichen Nahverkehr angreifen. Die Anweisung zu den Taten soll vom IS gekommen sein.

          In Australien hat die Polizei nach eigenen Angaben neben einem islamistischen Anschlag auf ein Passagierflugzeug auch einen Giftgas-Angriff vereitelt. Gegen zwei mutmaßliche Terroristen – zwei Australier im Alter von 32 und 49 Jahren – wurde am Freitag in Sydney Anklage erhoben. Sie sollen in Verbindung zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) stehen. So soll die Anweisung für die Anschläge von einem ranghohen IS-Kommandeut gekommen sein, gab die Polizei am Freitag bekannt. „Die Anordnung kam von einem wichtigen Mitglied des Islamischen Staates, einem Kommandeur“, sagte der Vizechef der australischen Bundespolizei, Michael Phelan.

          Die beiden Angeklagten sollen geplant haben, am 15. Juli eine Passagiermaschine der arabischen Fluggesellschaft Etihad mit einer selbstgebastelten Bombe in die Luft zu sprengen. Das Vorhaben scheiterte nach Angaben Phelans, daran, dass die Bombe nicht durch die Sicherheitskontrollen kam.

          Darüber hinaus sollen die Männer an einem Plan gearbeitet haben, giftige Chemikalien inmitten einer größeren Menschenmenge freizusetzen. Ziel wäre wahrscheinlich der öffentliche Nahverkehr gewesen, sagte Phelan. Der Plan habe sich aber noch im Anfangsstadium befunden. Von einem funktionsfähigen Sprengsatz seien die beiden „weit entfernt“ gewesen.

          Die zwei Männer aus einem Vorort von Sydney waren bei einer Razzia am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Bei einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft. Zu einem Gerichtstermin am Freitag erschienen sie nicht persönlich, sondern ließen sich von einem Anwalt vertreten. Mit ihnen wurden noch zwei weitere Verdächtige festgenommen. Einer sitzt noch in Untersuchungshaft, der andere wurde freigelassen.

          Das Material für die Flugzeug-Bombe wurde nach Angaben der Polizei von einem IS-Mitglied in Syrien beschafft und dann über die Türkei nach Australien gebracht. Ziel war offenbar, nach dem Start in Sydney ein Etihad-Flugzeug in die Luft zu sprengen.

          Der „hochwertige militärische Sprengstoff“ war nach Phelans Darstellung in einem Fleischwolf versteckt. Angeblich wollte einer der Verdächtigen sie seinem Bruder ins Gepäck schmuggeln, ohne dass dieser davon wusste. Der Plan sei dann aber in letzter Minute abgebrochen worden.

          Australien : Anklage wegen geplantem Anschlag auf Flugzeug

          Australien ist ein enger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Die Behörden sind schon länger in Alarmbereitschaft, weil sie fürchten, dass radikale Islamisten nach dem Kampf für den „Islamischen Staat„ in ihre Heimat zurückkehren und dort Anschläge begehen könnten. Nach Erkenntnissen des Einwanderungsministeriums sind etwa 100 Personen von Australien nach Syrien gereist, um sich Organisationen wie dem IS anzuschließen.

          In Australien gilt seit September 2014 eine erhöhte Terrorwarnstufe. Seitdem verschärfte die Regierung die Anti-Terror-Gesetze. Die Behörden verhinderten nach eigenen Angaben bislang rund ein Dutzend Anschläge. Fünf Anschläge konnten nicht vereitelt werden.

          Quelle: rad./AFP/Reuters

          Weitere Themen

          Die katalanische Hymne rocken Video-Seite öffnen

          Els Segadors : Die katalanische Hymne rocken

          Über eine Million Klicks auf Youtube hat die Heavy-Metal-Version der katalanischen Hymne. Die Sängerin der Band aus den Vereingten Staaten hat katalanische Wurzeln.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Wenn der Arzt weit weg ist, könnte er sich in Zukunft per Monitor zeigen. Zumindest bei einem Pilotprojekt in Baden-Württemberg

          Fernbehandlungen : Bei Anruf Diagnose

          In Baden-Württemberg dürfen Ärzte vom 1. Januar an Patienten auf Kosten der Krankenversicherung online oder telefonisch behandeln. Auch dann, wenn sie sie nie zuvor gesehen haben. Ein Tabubruch für deutsche Ärzte. Und die Zukunft?
          Junge Leute, die nach starken Gefühlen suchen: Protestmarsch in Barcelona.

          Katalonien vor der Wahl : Welten entfernt

          Am Donnerstag wählt Katalonien ein neues Regionalparlament. Aber die Gesellschaft ist zerstrittener als je zuvor, auf beiden Seiten grassieren die Ressentiments.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.