18.04.2008 · Zimbabwes starker Mann hat sein Schweigen gebrochen: Drei Wochen nach den Wahlen warf Mugabe dem Ausland vor, Zimbabwe in eine Kolonie verwandeln zu wollen. Auf ein Wahlergebnis müssen die Menschen weiter warten.
Der zimbabwische Präsident Mugabe hat am Freitag Großbritannien des Imperialismus beschuldigt. „Nieder mit den Briten, nieder mit den Dieben, die unser Land stehlen wollen“, sagte Mugabe am achten Jahrestag der Unabhängigkeit Zimbabwes vor etwa 15.000 Menschen in einem Stadium in der Hauptstadt Harare. Es war der erste öffentliche Auftritt Mugabes seit den Wahlen Ende März.
Der 84 Jahre alte Machthaber verwahrte sich zudem gegen Kritik an mangelnder Demokratie in Zimbabwe. „Die Briten sagen, es gebe keine Demokratie in unserem Land. Dabei haben wir die Demokratie in Zimbabwe eingeführt.“
Immer noch keine Wahlergebnisse
In den ersten Tagen nach der Wahl vor drei Wochen hatte es so ausgesehen, als ob Mugabe das Signal des Volkes verstanden habe, das ihm die Rechnung für jahrelange Misswirtschaft und Unterdrückung präsentiert hatte. Mugabes Partei Zanu-PF verlor auch offiziellen Angaben zufolge erstmals die Mehrheit im Parlament.
Das Ergebnis der Präsidentenwahl hält die Regierung aber noch immer zurück und lässt einige Wahlbezirke nun neu auszählen. US-Präsident George W. Bush hatte Afrika am Donnerstag aufgerufen, den Konflikt offen beim Namen zu nennen und eine aktive Rolle zu übernehmen. Nun schlug Mugabe zurück.
Die Oppositionspartei „Movement for Democratic Change“ (MDC) beschuldigte Mugabe, Zimbabwe in eine „britische Kolonie“ verwandeln zu wollen, weil sie den enteigneten weißen Farmer ihr Land zurückgeben wolle. Oppositionsführer Tsvangirai hatte den Feiertag zuvor als „traurigsten Unabhängigkeitstag in der Geschichte Zimbabwes“ bezeichnet.
Südafrikanische Arbeiter wollen Waffenlieferung stoppen
Unterdessen kündigte die größte Hafenarbeiter- und Transportarbeitergewerkschaft Südafrikas (Satawu) an, die chinesische Waffenlieferung für Zimbabwe blockieren zu wollen.
Seit Anfang der Woche liegt vor dem Hafen von Durban ein chinesisches Schiff mit rund 70 Tonnen Waffen für Zimbabwe auf Reede. Trotz zahlreicher Proteste sowohl der Opposition als auch der Gewerkschaften hatte der südafrikanische Zoll am Donnerstag mitgeteilt, die Ladung könne gelöscht werden, weil kein Verstoß vorliege.
„Was uns angeht, wird dieses Schiff nicht entladen und keines unserer Mitglieder wird die Ladung auf dem Landweg nach Zimbabwe transportieren“, sagte einSatawu-Sprecher am Freitag. Nach Worten von Howard sei es angesichts der gespannten politischen Lage im Nachbarland „völlig unverantwortlich und nicht im Sinne der zimbabwischen Bevölkerung“, wenn Südafrika als Transitland für Waffen herhalte, über deren Verwendung berechtigte Zweifel bestünden.