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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Mindestens 195 Tote Der Bluttag von Bagdad

 ·  Nach der Anschlagserie in Bagdad ist die Zahl der Todesopfer auf 195 gestiegen. Zwei Monate nach Beginn eines neuen Sicherheitskonzepts der irakischen Regierung war es der blutigste Tag seit Jahren. EU und Vereinigte Staaten zeigten sich bestürzt.

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Warren Quigley
Warren Quigley (quigley) - 19.04.2007 20:10 Uhr

Die Gewalt im Irak hat mehrere Ursachen, eine davon ist diese:

Eine Meldung des britischen Herald vom 25.03.2007 muß unweigerlich zu der Frage führen, ob die US-Besatzer im Irak tatsächlich daran interessiert sind, die Zahl der Angriffe und Anschläge zu verringern.

Unter Berufung auf einen Bericht des US-Rechnungshofs ("Government Accountability Office", GAO) heißt es dort, daß mindestens noch im vergangenen Oktober Waffendepots im Irak geplündert wurden, weil diese nicht bewacht wurden. "Tausende Tonnen" militärischer Sprengstoffe als auch jene Granaten, die so häufig für den Bau der im Irak so tödlichen Bomben verwendet werden, seien ungehindert aus Depots des irakischen Militärs der Zeit vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA entwendet worden, so die GAO.

Als Grund hierfür wurde angegeben, daß nicht genügend Personal für die Bewachung dieser Depots zur Verfügung gestanden habe - angesichts von rund 150.000 regulären Besatzungssoldaten und zehntausenden Söldnern fällt es allerdings schwer, dieser Aussage zu folgen. Dem Bericht der GAO zufolge werden "unbewachte Standorte wahrscheinlich weiterhin terroristische Angriffe in der Region unterstützen".

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Jean Münster

Wahrnehmung verkehrt

Nicht die Amerikaner verwehren den Irakern Sicherheit, sondern religös-fundamentalistische Gruppen bekriegen sich gegenseitig in einem internen Machtkampf. Es ist doch absurd, dieses für islamische Staaten typische Caos (sofern sie nicht von diktatorischen Regimen regiert werden) den "Besatzungmächten" anzulasten. Oder sollte Saddam Hussein doch der den Irakern angemessene Politiker sein? Das wäre allerdings ein Armutszeugnis für die Demokratiefähigkeit von Moslems ganz grundsätzlich. Auffallend ist die Beteiligung und Einmischung von Mullahs ins politische Tagesgeschäft, eine zwar dem Koran gemäße Konstruktion, aber keine für einen demokratisch verfaßten Staat. Das einzige Verdienst von Saddam war die Marginalisierung der Stammesclans und des islamischen Klerus.

Zu Zeiten der Herrschaft von Saddam haben sich die Gutmenschen beinahe überschlagen wegen dessen Grausamkeiten und Abartigkeiten. Getan haben sie nichts dagegen. Maulhelden - wie immer. Wie sieht denn die Lösung aus dieser Ecke aus, um Gewaltherrschaft ganz grundsätzlich zu beenden?

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Arthur Stein
Arthur Stein (Stein.A) - 19.04.2007 13:35 Uhr

Das Wort den Irakern....

Die "FAZ" aber auch andere
Medien, wie z. B. die "Tagesschau" (tagesschau.de) hatten
Ergebnisse einer aktuellen Irakumfrage veröffentlicht:

Planen Sie den Irak zu verlassen und auszuwandern?

Ich habe Pläne, auszuwandern: 42 Prozent
Ich habe keine solchen Pläne: 57 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent

Wie sicher fühlen Sie sich in ihrer Nachbarschaft?

sehr sicher: 26 Prozent
nicht sehr sicher: 41 Prozent
gar nicht sicher: 33 Prozent

Welche Auswirkungen hat die Anwesenheit der US- und
Koalitionstruppen auf die Sicherheitslage im Irak?

bessere Sicherheitslage: 21 Prozent
schlechtere Sicherheitslage: 69 Prozent
keine Ausw.: 10 Prozent

Wer ist Ihrer Meinung nach am ehesten für die anhaltende
Gewalt im Irak verantwortlich?

US- bzw. GB: 31 Prozent
Al Qaida / Dschihad: 18 Prozent
Präsident Bush: 9 Prozent
Irakische Regierung: 8 Prozent
Religiöse Konflikte allgemein: 8 Prozent
u. a.

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jörg sutter
jörg sutter (jsutter) - 19.04.2007 12:13 Uhr

Nicht ganz so sinnlos?

Dieser Kommentar von mir berührt ein moralisch sehr heikles Thema: Waren die Flächenbombardements der Engländer im II. Weltkrieg sinnlos? Militärhistoriker sind darüber noch uneins. Offiziell hatten Sie das Ziel, die deutsche Zivilbevölkerung kriegsmüde zu machen. Auf jeden Fall hat es nach dem 8. Mai 1945 keinen Widerstand mehr gegeben.
Es ist nicht so abwegig, auch die Logik des irakischen Widerstandes zumindest zu verstehen zu versuchen: Da die technische Übermacht der US-Truppen total ist, kann nur über eine völlige Chaotisierung des Zivillebens - 4 Millionen Flüchtlinge sind ja nach 1945 ein Rekord - die Bevölkerung mehrheitlich gegen die Besatzer aufbringen.
Nach allen Umfragen ist dies gelungen. Der Preis dafür ist schrecklich, aber waren nicht auch die Amerikaner bei ihrer Eroberung bereit, Hunderttausende "casualties" in Kauf zu nehmen?
Wir können und dürfen aus unserer Kultur heraus beides, den Luftbombenterror wie die Selbstmordattentate als unmenschlich ablehnen.
Ob diese Opfer aber vergeblich waren - also am Ende "sinnlos" - wird erst die Geschichte zeigen.
Die 3 Mio Opfer in Vietnam waren aus vietnamesischer Sicht nicht sinnlos, denn heute ist Vietnam ein freies und sogar ziemlich glücklich wachsendes Lan

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Andreas Mooshammer

Warum verweigern die 'Besatzer' der Bürgern des Irak Sicherheit?

Nach dem unprovozierenten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Großbritanniens gegen den Irak im Jahre 2003, verweigern die Besatzer der irakischen Bevölkerung das Recht auf Schutz und Sicherheit, aber auch eine angemessene Versorgung.

Dies widerspricht eindeutig den 'Genfer Konventionen'.

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Hanspeter Bühler

Innere Angelegenheiten

Es wird immer klarer, dass die Politiker der westlichen Welt, nicht nur der USA sondern auch Europos, einsehen müssten, dass Einmischungen in innere Angelegenheiten der Staaten im Mittleren Osten grundsätzlich falsch sind. Nur lernen Politiker nichts aus der Geschichte. Und weil in Republiken das Wahlvolk zu politischen Entscheidungen nichts zu sagen hat, werden die Politiker so weiterwursteln. In der Tat würden heute sogar die als einfach geltenden Bürger der USA den Irak-Krieg mehrheitlich ablehnen - sogar die Opporunistin Hillary Clinton, die früher auch für den Irak-Krieg stand! Also raus aus dem Irak, aus Afganistan, aus der Einmischung in Palästina!

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Christian Benyi
Christian Benyi (10Mass) - 19.04.2007 02:40 Uhr

Anschlagserien

Ich bin der Meinung, man sollte einfach nicht mehr über die ständigen Bombenanschläge berichten.
Mir kommt es so vor, das je öfter darüber Berichtet wird die Anzahl der Anschläge mehrer und die der Toten immer höher werden.
Man sollte diesen Wahnsinnigen, nicht jeden Tag ein Portal geben wo Sie immer ihre Menschen verachtenden Anschläge beobachten und Bejubeln können.

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uwe mildner
uwe mildner (recfarm2) - 19.04.2007 01:56 Uhr

ich bin Europäer

Was da im Irak geschiht ist von mir überhaupt nicht einzuschätzen. Die bösen Amerikaner machen das doch nicht? Das machen doch Muslime, ich meine Suniten und Schiiten mit sich. Dürfen wir da zusehen? Dürfen wir uns da einmischen? Oder müssen wir uns da einfach raushalten und zusehen, wie sie sich hochbomben und so. Töten ist sicher nicht gut, zu verurteilen. Doch wer kann, darf nach unseren Europäischen Maßstäben im Irak verurteilen? Ich blicke da nicht mehr durch, wer wen und warum. Ach ja, da sind viele unschuldige verbrannt und vile Kinder mit umgekommen.

Ist das nicht schizophren? Die Nachrichten gehen jeden Tag über den Ticker und es ist so nah und so weit weg. Wen oder was verurteilen wir Europäer eigentlich, für wen oder was beziehen wir Position? Alle reden gern davon, dass die Amerikaner eine Niederlage eingesteckt haben oder haben werden. Die Verurteilung des Terrors zwischen den Muslimen durch ns Europäer kann ich einfach nirgens finden, ist das nicht Schizophren? da werden Mitteilungen gestreut, täglich, wie im Kino! Wo seid Ihr friedliebenden Europäer mit konkreten Aussagen! Das ist nicht mal nur traurig, das ist viel mehr.

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