26.08.2004 · Vor dem amerikanischen Militärtribunal in Guantanamo hat ein Häftling erstmals seine Zugehörigkeit zum Terrornetz Al Qaida gestanden und lehnte die Verteidigung durch einen amerikanischen Militäranwalt ab.
Vor dem amerikanischen Militärtribunal in Guantanamo hat ein Häftling erstmals seine Zugehörigkeit zum Terrornetz Al Qaida gestanden. Der 33 JAhre alte Sulayman al Bahlul aus dem Jemen bat bei seiner Anhörung am Donnerstag zudem darum, sich selbst verteidigen zu dürfen. Zwecks Prüfung eines entsprechenden Antrags wurde die Anhörung vertagt.
„So wahr Gott mein Zeuge ist, bin ich Mitglied der Al Qaida“, sagte Al Bahlul. Die Vereinigten Staaten hätten keinen Druck ausgeübt, um ihn zu dieser Aussage zu bewegen. Al Bahlul wird von den Militäranklägern als „Schlüsselpropagandist“ von Al Qaida bezeichnet, der in Videos die Ermordung von Amerikanern gefeiert habe.
Bahluls Landsmann Salim Ahmed Hamdan bei der ersten Anhörung am Dienstag vor der
Militärkommission seine Mitgliedschaft bei Al Qaida bestritten. Salim war langjähriger Kraftfahrer
Bin Ladins.
Propagandabänder produziert
Der 36jährige lehnte nach Angaben des Nachrichtensenders CNN seine Verteidigung durch einen amerikanischen Militäranwalt ab und bat stattdessen darum, sich selbst oder mit Hilfe eines jemenitischen
Anwalts verteidigen zu dürfen.
Dennoch soll die Frage jetzt dem zuständigen General a.D. John Altenburg vorgelegt werden. Nach den Verfahrensregeln müssen die Häftlinge von amerikanischen Anwälten vertreten werden. Al Bahlul war der dritte von vier Terrorverdächtigen, der in dieser Woche vor dem Militärtribunal gehört wird.
Bahlul soll laut Anklage langjähriger Leibwächter von Usama bin Ladin gewesen sein. Er soll für Al Qaida Propagandabänder zur Rekrutierung von Extremisten angefertigt haben. Der Jemenite soll dabei auch den Terror-Anschlag auf das amerikanischeb Kriegsschiff „USS Cole“ im Jahr 2000 im südjemenitischen Hafen Aden glorifiziert haben.
Australier vor Tribunal
Als erster westlicher Ausländer hatte auch der 29jährige Australier David Hicks am Mittwoch vor der Militärkommission seine Unschuld beteuert. Hicks hatte seine Unschuld beteuert. Er sei „nicht schuldig“ sagte der 29jährige nach Medienberichten. Die Kommission beschloß dennoch die Eröffnung eines Militärprozesses gegen Hicks, der Ende 2001 in Afghanistan gefangen genommen worden war.
Der Prozeß soll am 10. Januar beginnen. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Als vierter Guantanamo-Häftling muß sich der 1960 geborene Sudanese Ibrahim Ahmed Mahmud al Kosi vor dem Tribunal verantworten.