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Mexiko Latin Lover

 ·  Einst stand die „PRI“ nach langer Alleinherrschaft in den Augen den meisten Mexikaner für Klientelismus, Korruption und Wahlbetrug. Nun war sie bei der Präsidentenwahl mit ihrem Kandidaten Peña Nieto schlicht das kleinere Übel.

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Als vor zwölf Jahren in Mexiko die mehr als siebzigjährige Alleinherrschaft der „Partei der institutionalisierten Revolution“ zu Ende ging, stand der PRI in den Augen der meisten Mexikaner für Klientelismus, Korruption und Wahlbetrug ohnegleichen.

Zwei Präsidentschafts-Perioden später galt die einstige Staatspartei, die in vielen Bundesstaaten und Gemeinden nie mit ihrer Vergangenheit gebrochen hat, keineswegs als die bessere Wahl. Sie war schlicht das kleinere Übel.

Denn eines hatte der PRI über zwölf Jahre „Demokratie“ hinweg höchst erfolgreich vorgeführt: Gegen das einem „tiefen Staat“ ähnliche Geflecht von Partei, Kartellen in Wirtschaft und Medien sowie organisiertem Verbrechen kann in Mexiko noch immer nicht regiert werden.

Dann also lieber die Blockierer nahezu jeder substantiellen Wirtschafts- und Justizreform durch Übernahme von Verantwortung dazu zwingen, sich in das Unvermeidliche zu fügen, so lautet das Kalkül, das am Sonntag einen Parteikader mit der Ausstrahlung eines Latin Lover in das Amt des Staatspräsidenten einer G-20-Nation gespült hat.

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Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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