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Merkel in Afghanistan Die Kanzlerin zeigt Flagge

04.11.2007 ·  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den deutschen Soldaten in Afghanistan einen Überraschungsbesuch abgestattet und in Kabul den afghanischen Präsidenten Karsai getroffen. Dabei stellte sie ein stärkeres deutsches Engagement bei der Polizeiausbildung in Aussicht.

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Bei einem von schärfsten Sicherheitsmaßnahmen begleiteten Kurzbesuch in Afghanistan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Regierung in Kabul ein stärkeres deutsches Engagement bei der Polizeiausbildung in Aussicht gestellt. „Wir wollen schauen, ob wir im Rahmen der Haushaltsberatungen hier noch einmal einen Akzent setzen können“, sagte Merkel nach einem Gespräch mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Kabul. Am Abend flog sie wieder nach Deutschland zurück.

Merkel trug bei den Flügen und Fahrten zwischen der ISAF- Hauptquartier, dem Präsidentenpalast und dem Flughafen eine Splitterschutzweste. Bei dem Überraschungsbesuch wurden Autofahrten auf den gefährlichen Straßen Kabuls soweit wie möglich vermieden. Die neuralgische Strecke vom militärischen Teil des Flughafens in die Innenstadt legte Merkel mit einem Hubschrauber zurück, der noch eigens von amerikanischen Kampfhubschraubern gesichert wurde.

Besuch bei den Truppen

Bei dem Hubschrauberflug vom Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe ISAF zum Flughafen löste Merkels Hubschrauber dann einen Selbstschutzmechanismus gegen Raketen aus. Niemand kam zu Schaden. Auch bei dem anschließenden Flug zum Bundeswehrstandort in Masar- Scharif wurde ein Selbstschutzmechanismus ausgelöst. Grund für die automatische Auslösung könnte jeweils eine Spiegelung gewesen sein. Zwischendurch sorgten auch noch Berichte über einen möglicherweise geplanten Selbstmordanschlag im Ausfahrtbereich des Kabuler Flughafens für Aufregung. Dort sei ein Attentäter festgenommen worden, hieß es in Masar-i-Scharif. Die Kabuler Polizei wies die Berichte entschieden zurück. Es habe keine Festnahmen gegeben.

Die Kanzlerin bezeichnete es als Ziel der deutschen Politik, Afghanistan „Schritt für Schritt“ mehr in die Lage zu versetzen, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Der Wiederaufbau des Landes müsse stärker „ein afghanisches Gesicht“ bekommen. Die Kanzlerin sagte, sie sehe Fortschritte in dem Land, aber auch Probleme. Karsai dankte Deutschland für die jahrelange „selbstlose Hilfe“ für sein Land. „Wir Afghanen wissen alle, dass Deutschland einer der alten guten Freunde ist.“

Einsatz im Süden abermals abgelehnt

Merkel lehnte einen dauerhaften Einsatz der Bundeswehr im umkämpften Süden Afghanistans erneut ab. Man werde zwar Bündnispartnern in der Not beistehen, sagte sie. Es wäre aber ein Fehler, wenn Deutschland seine Mission im Norden nicht im bisherigen Umfang fortsetzen würde. Deutschland stellt mit über 3000 Soldaten das drittgrößte Kontingent der NATO-geführten ISAF.

Die Kanzlerin wollte mit ihrem Besuch vor allem ihren Dank an die deutschen Soldaten und die deutschen Entwicklungshelfer ausdrücken. Nachdem Merkel im ISAF-Hauptquartier mit deutschen Soldaten gesprochen hatte, hob sie auch das Engagement der zivilen Aufbauhelfer ausdrücklich hervor. Der Aufbau Afghanistans könne nicht alleine mit militärischen Mitteln funktionieren.

Besuch bei Soldaten

Nach dem offiziellen Treffen mit Karsai besuchten Merkel und der afghanische Präsident Schülerinnen und Schüler in der Amani- Oberschule in Kabul, die mit deutscher Hilfe wiederaufgebaut wurde. Zum Abschluss ihres Besuchs flog sie zum größten Stützpunkt der Bundeswehr in Afghanistan. In Masar-i-Scharif ließ sie sich von Bundeswehrsoldaten über ihre Probleme und Sorgen berichten. Gleich nach ihrer Ankunft in Masar-i-Scharif besuchte sie eine Gedenkstätte für im Einsatz getötete Soldaten. Vor dem Gedenkstein verharrte sie für einen kurzen Moment.

Merkel war auf dem Flug von Berlin auf dem Luftwaffenstützpunkt Termes in Usbekistan von dem Regierungs-Airbus in eine Transall- Maschine der Bundeswehr umgestiegen, die sie nach Kabul brachte. Sie war am Freitagabend in Berlin abgeflogen. Auf dem Rückweg flog sie erneut über Termes. Zuletzt hatte mit Gerhard Schröder im Herbst 2004 ein deutscher Regierungschef Afghanistan besucht.

Der Bundestag hatte erst Mitte Oktober das Mandat für deutsche ISAF-Truppe verlängert, deren Auftrag die militärische Absicherung des Wiederaufbaus Afghanistans ist. Die Grünen hatten eine Reise Merkels mehrmals gefordert. Sie war aus Sicherheitsgründen immer wieder verschoben worden.

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