01.09.2010 · „Unerträglich“, „schwierig“, „null emotionale Intelligenz“: In seinen Memoiren schont der einstige Premierminister Blair seinen Nachfolger Gordon Brown nicht. Die Entscheidung, in den Irak zu ziehen, bereue er nicht, heißt es außerdem in dem neuen Buch.
Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair hat seine Memoiren zur Abrechnung mit seinem Nachfolger Gordon Brown genutzt. Er bezeichnete Brown als „unerträglich“. Die Beziehung zwischen ihm und seinem Parteikollegen sei „ehrlich gesagt schwer, bis hin zu unmöglich“ gewesen, sagte Blair in einem Interview mit der BBC, aus dem der Sender unmittelbar vor dem Verkaufsstart Auszüge ausstrahlte. Es sei ihm immer klar gewesen, dass Brown als Premier „niemals funktionieren“ werde, da der frühere Schatzkanzler „null emotionale Intelligenz“ habe.
Brown übernahm im Jahr 2007 den Parteivorsitz und das Amt des Regierungschefs von seinem ewigen Rivalen Blair. Dieser hatte zuvor drei Parlamentswahlen in Folge gewonnen; Brown verlor im Mai dieses Jahres gleich seine erste. In der drei Jahre währenden Amtszeit Browns hatte Blair sich öffentliche Kritik an seinem Nachfolger verboten. In den Memoiren holt er dies nun nach: „Politisches Kalkül: ja. Politische Gefühle: nein. Analytische Intelligenz: absolut. Emotionale Intelligenz: null.“ Blair schreibt aber auch, er habe nie den Respekt vor der „Stärke, Fähigkeit und Brillanz“ von Brown verloren.
Warnung vor Iran
Über den Inhalt des Buches mit dem Titel „A Journey“ (Eine Reise) und mögliche brisante Enthüllungen war in Großbritannien seit Monaten diskutiert worden, da er streng geheim gehalten wurde. Mit Blick auf seine heftig umstrittene Entscheidung für den Einsatz der Briten im Irakkrieg sagte Blair vorab: „Wenn ich gefragt werde, ob ich die Entscheidung bereue, kann ich nur sagen, dass ich die Verantwortung dafür übernehme, sie aber nicht bereue.“ Die Zeit nach dem Einmarsch sei „furchtbar“ gewesen, er habe aber nie den „Albtraum“ erwartet, der sich ergeben habe.
Blair warnte außerdem vor einer möglichen atomaren Gefahr aus dem Iran. Es sei nicht ausgeschlossen, dass eine militärische Intervention gegen den Iran nötig werden könnte. Das vollständige Interview sollte am Abend ausgestrahlt werden. In deutscher Sprache erscheint das Buch am 6. September.
Blair will alle Erlöse aus dem Verkauf seiner Biografie einer Hilfsorganisation spenden, die schwerverwundete Kriegsveteranen unterstützt. Medienberichten zufolge hat er bereits vor Veröffentlichung des Buches umgerechnet 5,6 Millionen Euro erhalten.
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Marco Zeino (Zeini)
- 01.09.2010, 13:02 Uhr
"Der" soll bloss den Mund halten, denn er begann Grossbritannien zu verwusten
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 01.09.2010, 15:44 Uhr
Narr Blair
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 01.09.2010, 19:02 Uhr