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Britische Premierministerin : May entschuldigt sich für schiefgelaufene Wahl

  • Aktualisiert am

Britische Premier: Theresa May Bild: Reuters

Auf dem Parteitag der Konservativen hat die britische Premierministerin Fehler eingestanden. Ihre Entschuldigung konnte Theresa May allerdings nicht ungestört vortragen.

          Vor einem Jahr wurde Theresa May beim Parteitag der Konservativen noch umjubelt, nun ist ihre Position innerhalb der Partei geschwächt. Am Mittwoch entschuldigte sich die britische Premierministerin bei ihren Parteifreunden für die schiefgelaufene Parlamentswahl im Juni. Der Wahlkampf sei zu sehr nach Drehbuch und zu präsidentiell geführt worden, sagte May bei ihrer Parteitagsrede in Manchester. „Ich übernehme die Verantwortung, ich habe den Wahlkampf angeführt, es tut mir leid.“

          May hatte die vorgezogene Wahl im Frühjahr ohne Not anberaumt. Doch statt eines vorhergesagten Erdrutschsieges verloren Mays Konservative nach einem schwachen Wahlkampf die Mehrheit im Unterhaus. Seitdem führt May eine Minderheitsregierung mit Hilfe der nordirischen DUP (Democratic Unionist Party).

          Die Regierungschefin gilt seitdem als geschwächt und muss sich immer wieder mit Querelen in ihrem Kabinett herumschlagen. Vor allem Außenminister Boris Johnson macht May mit nicht abgesprochenen Äußerungen zum Brexit und zu anderen Themen zu schaffen.

          Komiker stört Mays Rede

          Ein Komiker unterbrach Mays Rede und reichte ihr während ihrer Ansprache ein P45-Formular, das in Großbritannien üblicherweise bei einer Entlassung ausgehändigt wird. Er wurde von Sicherheitsleuten aus dem Saal geführt.

          Parteitag in Manchester : Theresa Mays Rede voller Pech und Pannen

          May, die während der Rede immer wieder mit einem trockenen Kehle zu kämpfen hatte, ignorierte den Zwischenfall weitgehend. Britischen Medien zufolge soll es sich bei dem Mann um den Comedian Simon Brodkin handeln, der den damaligen Boss des Fußballweltverbands Fifa Joseph Blatter mit Dollar-Scheinen beworfen hatte.

          „Hi Boris Johnson, ich habe Theresa ihr P45 gegeben, wie du gebeten hast“, war auf dem Twitter-Profil des Unterhaltungskünstlers zu lesen. Der britische Außenminister Johnson hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit nicht abgesprochenen Äußerungen Schlagzeilen gemacht. Daher wurde spekuliert, er wolle May aus dem Amt drängen.

          Zuletzt zog Johnson mit einer Bemerkung zu Libyen scharfe Kritik auf sich. Sirte, die ehemalige Hochburg des „Islamischen Staates“, könne zu einem neuen Dubai werden, sagte Johnson am Dienstag beim Tory-Parteitag. „Sie müssen nur die Leichen wegräumen“, fügte der Außenminister mit einem Lachen hinzu. Ansonsten habe die Stadt mit ihrem weißen Sandstrand und „wunderschönem Meer“ alle Voraussetzungen für ein Touristenparadies.

          Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin machte seinem Unmut über Johnsons Aussage am Mittwoch per Kurznachrichtendienst Twitter Luft: „Erst Libyen zerbomben, Nordafrika destabilisieren und dann Tote verhöhnen“, schrieb er.

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