Nach den jüngsten politischen Unruhen in Mali hat der Verfassungsgerichtshof den Weg für die Bildung einer Übergangsregierung geebnet. Parlamentspräsident Dioncounda Traoré werde die Amtsgeschäfte des Staatschefs für maximal 40 Tage kommissarisch führen und Neuwahlen organisieren, teilte das Gericht am Dienstag mit.
Er solle am (morgigen) Donnerstag als Interimspräsident vereidigt werden. Am 21. März hatte ein Teil der Streitkräfte gegen Präsident Amadou Toumani Touré geputscht. Am Wochenende erklärte sich die Junta zu einer Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung bereit.
UN besorgt wegen Berichten über sexuelle Gewalt
Angesichts von Berichten über zunehmende sexuelle Gewalt im Norden von Mali haben die Vereinten Nationen unterdessen ihre Sorge um die Sicherheit von Frauen und Mädchen in der Region geäußert. „Während die Unruhen im nördlichen Mali andauern, ist eine alarmierende Zahl sexueller Gewalttaten gemeldet worden“, sagte die UN-Sonderbeauftragte zum Thema sexuelle Gewalt in Konflikten, Margot Wallström, am Dienstag.
„Zu den Vorwürfen gehören Entführungen, öffentliche Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor deren Familienangehörigen.“ Nach dem jüngsten Putsch in Mali haben Aufständische vom Volk der Tuareg weite Teile des Nordens unter ihre Kontrolle gebracht.
