Von einer „totalen Verwirrung“ bei der militärischen Einsatzplanung in Mali hat der tschadische Präsident Idriss Deby in Paris gesprochen. Nach einem Gespräch im Elysée-Palast mit Präsident François Hollande kritisierte Deby am Mittwochabend die unklaren Vorstellungen zu einer Militäroperation. „Die Frage ist nicht, ob der Tschad Truppen entsendet, sondern was die Malier wollen“, sagte Präsident Deby. Auch die westafrikanische Wirtschaftsorganisation Ecowas habe bislang keine klaren Einsatzpläne vorgelegt, bemängelte der Präsident.
Die Einschätzung des ivorischen Präsidenten Alassane Ouattara, der zuvor von Präsident Hollande in Paris empfangen worden war, fiel hingegen ganz anders aus. Im französischen Radio sagte Ouattara, bereits Anfang 2013 könne militärisch gegen die islamistischen Gruppen im Norden Malis vorgegangen werden. „Wir sind in der Lage einzuschreiten. Unsere Truppen trainieren“, sagte der Präsident der Elfenbeinküste.
Frankreich treibt eine militärische Intervention voran, will aber selbst nicht mit Truppen intervenieren. Der Militäreinsatz soll von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas koordiniert werden. Die EU ist bereit, den Einsatz logistisch und mit Ausbildern zu unterstützen.
