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Mali : Die Zeit läuft davon

Weil sich Frankreichs Pläne für eine internationale Militärmission in Mali zu zerschlagen scheinen, will Präsident Hollande mit den islamistischen Tuareg der Ansar-e-Din verhandeln, um einen Keil zwischen die Terrorgruppen zu treiben. Diese gewinnen dadurch Zeit - Zeit, die Mali nicht hat.

          Als ob die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit nicht bereits genug Stoff für den Besuch des französischen Präsidenten Hollande in Algerien wäre, wird die Reise auch von einem aktuellen Konflikt überschattet. Frankreich dringt im Einvernehmen mit den Vereinigten Staaten auf eine internationale Militärmission, um den Norden Malis von den Dschihadisten zu befreien. Algerien aber, das die Wüste als seinen Hinterhof betrachtet, bremst - es will die Dschihadisten nicht bei sich haben und lukrative Schmuggelpfade nicht unterbrechen. Damit scheinen sich die Pläne Frankreichs zu zerschlagen, in den ersten vier Monaten des kommenden Jahres eine Militärmission zu entsenden.

          So greift Paris nun den Vorschlag Algeriens auf, zunächst mit den islamistischen Tuareg der Ansar-e Din zu verhandeln, um einen Keil zwischen die Tuareg und die beiden anderen, von internationalen Dschihadisten kontrollierten Terrorgruppen zu treiben. Doch diese gewinnen damit Zeit und rüsten weiter auf. Die Zeit für eine Wiederherstellung der staatlichen Ordnung Malis läuft davon.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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