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Madagaskar Militär feuert auf Demonstranten: 40 Tote, 300 Verletzte

07.02.2009 ·  Auf der Tropeninsel Madagaskar haben Soldaten am Samstag nach einer Kundgebung gegen die Regierung mindestens 40 Personen getötet. Etwa 300 weitere Personen wurden verletzt, berichteten lokale TV- und Radiosender.

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Auf der Tropeninsel Madagaskar haben Soldaten am Samstag nach einer Kundgebung in der Hauptstadt Antananarivo das Feuer auf Demonstranten eröffnet und laut Medienberichten mindestens 40 Personen getötet. Unter den Todesopfern sind nach Berichten des Fernsehsenders TVplus auch zwei Journalisten, ein madegassischer TV-Journalist und ein ausländischer Reporter. Mindestens 300 weitere Personen wurden schwer verletzt.

Noch am späten Nachmittag feuerten die Soldaten weiter auf Demonstranten. Offizielle Angaben zu den Opferzahlen gab es zunächst nicht. Die Menge hatte an einer Kundgebung des vor einer Woche selbst ernannten Präsidenten Andry Rajoelina teilgenommen. Vor 25.000 Anhängern seiner Demokratiebewegung hatte er eine Gegenregierung zur Regierung von Amtsinhaber Marc Ravalomanana präsentiert, dem er Machtmissbrauch vorwirft. Danach waren etwa 10.000 Personen protestierend zum Stadtpalast gezogen, wo sich ihnen Soldaten einer Spezialeinheit in den Weg stellten.

„Minutenlanges Dauerfeuer“

Nach ersten friedlichen Verhandlungen seien einige Demonstranten plötzlich vorwärtsgestürmt, hieß es. Bereits nach der ersten Salve aus automatischen Waffen lagen nach Augenzeugenberichten mindestens 20 Demonstranten leblos am Boden. Nach einer zweiten Salve brach Panik aus. Unter den Opfern sollen auch Kinder gewesen sein.

Die Soldaten feuerten auch am späten Nachmittag weiter auf Demonstranten, die offenbar versuchen, den Stadtpalast zu stürmen. Ohrenzeugen berichteten von minutenlangem Dauerfeuer.

Die Behörden riefen Ärzte und Medizinstudenten im Rundfunk dazu auf, sich in den Krankenhäusern zu melden und bei der Versorgung der zahlreichen Verletzten zu helfen. Zu der neue Gewalteskalation in den seit zwei Wochen andauernden Auseinandersetzungen kam es trotz Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen. Noch am Samstag wurde der UN-Sondergesandte Maile Menkerios auf der Insel erwartet.

Unklar war allerdings, wann er eintreffen wird, da wegen eines nahenden tropischen Wirbelsturms mehrere internationale Flüge abgesagt wurden. Auf Madagaskar war vor zwei Wochen ein blutiger Machtkampf zwischen Ravalomanana und Rajoelina ausgebrochen, bei dem zum Auftakt eines Generalstreiks mehr als 100 Personen durch Gewaltakte ums Leben gekommen sind.

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