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Krisenstaat Libyen : Macron vermittelt im Libyen-Konflikt

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Will eine Lösung für den Libyen-Konflikt erreichen: Emmanuel Macron Bild: dpa

Der französische Präsident berät mit den Konfliktparteien über eine Krisenlösung in Libyen. Der zerrüttete Mittelmeeranrainer ist für Europa wichtiger denn je.

          Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die verfeindeten Konfliktparteien in Libyen für diesen Dienstag nach Frankreich eingeladen, um über eine Lösung der Krise zu verhandeln. Nach längerem Zögern bestätigte der Élysée-Palast das Spitzentreffen am Montag. Der Staatschef wolle in La Celle Saint-Cloud westlich von Paris mit dem Ministerpräsidenten der international anerkannten Übergangsregierung, Fajez Sarradsch, und dem Militärführer Chalifa Haftar zusammenkommen, teilte das Präsidialamt mit. Die Wochenzeitung „Le Journal de Dimanche“ hatte bereits am Sonntag ausführlich über das Treffen berichtet.

          Die Gespräche sollten zu einer Krisenlösung in dem bürgerkriegserschütterten nordafrikanischen Land beitragen. An der Begegnung werde auch der Ende Juni ernannte UN-Sondergesandte für Libyen, Ghassan Salamé, teilnehmen.

          Libyen ist ein Schlüsselland in der Flüchtlingskrise im Mittelmeer. Von der libyschen Küste brechen die meisten Flüchtlinge zur gefährlichen Reise über das Mittelmeer nach Europa auf. Eine halbe Million Menschen hat in den vergangenen vier Jahren das Mittelmeer von Libyen aus überquert. Die meisten kommen aus Ländern südlich der Sahara. Neben der Flüchtlingskrise drängt auch die Sorge vor der Ausbreitung dschihadistischer Gruppen den Westen dazu, die Bemühungen um eine Stabilisierung des ölreichen nordafrikanischen Landes zu verstärken.

          Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Bürgerkriegschaos. Die Vereinten Nationen hatten 2015 ein Abkommen vermittelt, das den Aufbau einer von allen Seiten anerkannten Staatsgewalt ermöglichen soll. Sarradsch ist Chef der Einheitsregierung, die in der libyschen Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes ihren Sitz hat. General Haftar hat die Übergangsregierung bislang nicht anerkannt. Seine Einheiten kontrollieren weite Teile im Osten des zerrissenen Landes. Er hatte zuletzt weiter an Einfluss gegenüber der Regierung und weiteren Milizen gewonnen. In diesem Monat erklärte er sich zum Sieger im Kampf mit rivalisierenden Milizen um Benghasi, der zweitgrößten Stadt Libyens.

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