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Macron besucht May : London gibt Paris mehr Geld für Grenzschutz

Die britische Premierministerin Theresa May empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der Militärakademie in Sandhurst. Bild: AFP

Die britische Regierung ist bereit, ihre Zahlungen an Frankreich für die Bekämpfung der illegalen Einwanderung aufzustocken. Auch die Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik soll vertieft werden.

          Die britische Regierung ist bereit, ihre Zahlungen an Frankreich für die Bekämpfung der illegalen Einwanderung aufzustocken. Für die Verbesserung des Grenzschutzes an der französischen Kanalküste werden die Briten weitere 45 Millionen Pfund (51 Millionen Euro) bereitstellen. Auf dem alle zwei Jahre stattfindenden britisch-französischen Regierungsgipfel warnte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Briten zugleich vor falschen Erwartungen beim Brexit: Einen von London gewünschten umfassenden Freihandelsvertrag mit der EU, der auch Finanzdienstleister einschließen soll, werde es nach dem Austritt aus dem Staatenbund nur geben, wenn das Land weiter einen finanziellen Beitrag an die EU-Kasse leiste. Die Briten lehnen das bisher ab.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die britische Premierministerin Theresa May verteidigte die in Großbritannien heftig kritisierte zusätzliche Zahlung für die Grenzsicherung vor allem im nordfranzösischen Calais. Diese sei im beiderseitigen nationalen Interesse, sagte May auf dem Gipfel in der englischen Militärakademie Sandhurst. Zu den Handelsbeziehungen nach dem Brexit sagte May, London werde weiter ein führendes Finanzzentrum sein und dies sei „gut für Europa“. Die Britin bekräftigte zugleich, beide Länder wollten ihre Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik fortführen und vertiefen. Großbritannien werde drei Chinook-Militärhubschrauber für die Terrorbekämpfung in der afrikanischen Sahel-Zone bereitstellen.  

          Schon im französischen Calais endet die Reise nach Großbritannien für viele unerwünschte Migranten.
          Schon im französischen Calais endet die Reise nach Großbritannien für viele unerwünschte Migranten. : Bild: AFP

          Die Kosten der Grenzsicherung am Ärmelkanal sorgen immer wieder für Spannungen zwischen London und Paris. Die britische Grenze wird faktisch an der französischen Kanalküste geschützt, denn unerwünschte Einwanderer werden schon dort von französischen Sicherheitskräften daran gehindert, den Kanal zu überqueren. Umgekehrt gibt es in Großbritannien vorgezogene Grenzkontrollen für die Einreise nach Frankreich. In der Praxis ist allerdings vor allem das französische Calais zum Brennpunkt geworden: 2017 versuchten dort rund 115.000 Migranten vor allem aus Schwarzafrika, Afghanistan und Pakistan in das Sperrgebiet am Eurotunnel und am Hafen einzudringen. Die Grenze wurde dort in den vergangenen Jahren immer weiter befestigt.

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