24.04.2006 · In Nepal haben Hunderte maoistischer Rebellen am Montag eine Stadt gestürmt. Sie hätten die Polizeiwache, die Bezirksverwaltung, den Funkturm und das Gefängnis von Chautara angegriffen, heißt es aus Regierungskreisen.
In Nepal haben Hunderte maoistischer Rebellen am Montag eine Stadt gestürmt. Sie hätten die Polizeiwache, die Bezirksverwaltung, den Funkturm und das Gefängnis von Chautara etwa 100 Kilometer östlich von Kathmandu angegriffen, sagte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter.
Er sprach von einem „ziemlich großen Angriff“. Demnach lieferten sich die Aufständischen sechs Stunden lang Schießereien mit den Sicherheitskräften. Es gab zunächst keine Angaben zu Opfern. Nepal befindet sich in einer schweren politischen Krise. Demonstranten fordern eine neue Verfassung, die die Macht von König Gyanendra begrenzen soll. Gyanendra hatte am Freitag zwar einige Zugeständnisse gemacht, diese gehen der Opposition jedoch nicht weit genug.
Bei den wochenlangen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten sind mindestens zwölf Menschen getötet und hunderte verletzt worden. Der König hatte im Februar 2005 die Regierung entlassen und selbst die Macht übernommen. Sein erklärtes Ziel war, einen seit Jahrzehnten anhaltenden Aufstand maoistischer Rebellen niederzuschlagen. Nun hat sich die Opposition mit den Aufständischen verbündet. Sie hatte für Montag trotz einer neuen Ausgangssperre in Kathmandu zu weiteren Protesten aufgerufen.