12.02.2012 · Das griechische Parlament stimmt in der Nacht zu Montag über die geplanten Sparmaßnahmen ab. Ministerpräsident Papademos warnt mit drastischen Worten vor einer Ablehnung: Der Lebensstandard der Griechen würde im Fall eines Staatsbankrotts „zusammenbrechen“, sagte er.
Von Michael Martens und Kerstin SchwennRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich finde diese Vergleiche mit Atomwaffen so wie KZ-Witze: unertraeglich.
In der Tat wuerde Herr Papdemos lieber von einem Atemzug arabischer
Fruehlingsluft reden.
Es wird einiges Geschick brauchen, damit es 2012 in Griechenland nicht
zu Schiessereien kommt.
,Greece bailout two just the beginning' (zh) und es wird unser Todesurteil sein, denn GR ,braucht' nicht € 145 Mia sondern locker bis zu € 320 Mia wenn die offensichtlich geplante Daueralimentierung startet. Es wird in dem Beitrag auf den Text des MoU zwischen Troika und dem ungewählten Papademos, auf Section E verwiesen. Deutschland soll also heimlich still und leise zur Daueralimentierung gezwungen werden. Wir müssen den € verlassen, dito die EU, denn sonst ist Deutschland bald verlassen und bankrott.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.02.2012 17:57 UhrHerr Goetz, ist Ihnen auch schon aufgefallen,...
dass ONLINE Umfragen großer Zeitungen immer ganz andere Ergebnisse produzieren? Dort sieht man auch immer klar die Fragestellung und die Anzahl der Teilnehmer im Gegensatz zu s.g ,repräsentativen' Umfragen von Instituten und Staatsfernsehen. Trau schau WEM!
"Wir müssen den € verlassen...."?
Zweifellos, aber mit diesem Finanzminister? "Schaeuble pointed out that German opinion polls show a majority of Germans are willing to help Greece" (zh). Auch das regierungstreue ZDF gab vor einigen Tagen Umfragewerte von je 46 % pro und kontra weiterer "Hilfen" bekannt. Wer soll das alles noch glauben?
Tolle Aussichten, der Grieche stimmt jetzt darüber ab ob man weiter schmarotzen darf oder nicht. Ich sage nur raus aus der EU mit den Griechen. Was hat das noch mit solidarischer Gemeinschaft zu tun, wenn ein Land mit 15 Mio. Ew. den gesamten Euroraum gefährdet. Eher sollten die doch dann aus europäischer Solidarität freiwillig das Feld räumen? Aber weit gefehlt! Ich frage mich zudem immer, ob die denn das gleiche für Deutschland getan hätten?? Den Medien zu folge eher nicht!!
Die Griechen haben sich gegen den Sozialstaat entschieden...
... sie haben sich eine Regierung gegeben. Diese hat entschieden, dass es in Ordnung ist, wenn vermögende Bürger keine Steuern zahlen. Ein Sozialstaat kostet aber Geld. Es ist ganz sicher wahr, dass es jetzt viele Griechen gibt, denen es in der derzeitigen Krise wirklich schlecht geht, und die jetzt dringend einen tragfähigen Sozialstaat bräuchten. Aber das ist Demokratie. Wenn Griechenland endlich den Staatsbankrott erklärt, dann wird das griechische Volk sich vielleicht für einen Sozialstaat entscheiden. Oder auch nicht.
Papademos warnt vor unkontrollierten Folgen, wenn die Abgeordneten die Sparmaßnahmen ablehnen. Dabei ist dies wohl eher an Merkel gerichtet. Soll heißen: Wenn ihr uns nicht weiter unsere Rechnungen bezahlt, geht die Welt unter. Frau Merkel wird auf diesen Mist mal wieder reinfallen. Sie will lieber Griechenland bis in alle Ewigkeit durchfüttern als der ökonomischen Realität ins Auge zu sehen: Der Euro funktioniert so nicht. Es gibt im Wesentlichen folgende Zukunftsszenarien, die sich mit weiteren Milliardengeschenken nur verzögern lassen: 1. Rückkehr zu den früheren nationalen Währungen 2. Nord- und Südeuro 3. Ausscheiden einiger Länder aus dem Euro-Verbund und deren Rückkehr zur eigenen Währung So oder so wird GR sehr bald (wohl über Nacht) seine Drachme wiederbekommen. Die Proteste werden dazu führen, daß GR nicht mehr sparen und der Geldhahn zugedreht wird. Die minimalen Reformankündigungen reichen ja schon für Dauerstreiks, bei den nötigen gäbe es wohl wieder einen Bürgerkrieg!
Der griechische Lebensstandard wird sowieso stark zusammenbrechen. Wenn sich ein Staat dank niedriger Euro-Zinsen auf Pump über viele Jahre einen Lebensstandard gönnt, der 20-30% über seiner Produktivität liegt, bekommt er das selbe Problem wie eine notorisch verschwenderische Privatperson: Er muß erstens seinen Lebensstandard auf seine Produktivität zurückschrauben (oder diese stark erhöhen). Und zweitens muß er seine Schulden bedienen (Zinszahlungen). Bei schlechter Bonität sind Zinsen aber hoch. Drittens sollte er irgendwann seine Schulden zurückzahlen oder erneuern. Das geht aber nur, wenn er davor 1) und 2) geschafft hat. Griechenland ist zu 1) nicht bereit. Griechenland scheint seinen hohen Lebensstandard (über 20.000 EUR BSP pro Kopf) für sein angestammtes Recht zu halten. Die viel produktivere Slowakei liegt bei 8000 EUR/Kopf. 2) macht Probleme . An 3) ist nicht zu denken. Also endlich den Stecker ziehen!
Volksabstimmungen wegen Europa? Da lachen ja die Hühner!
Bevor wir über Europa eine Voksabstimmung in Deutschland erleben, gefriert die Hölle.
Eine partielle Enteignung der betrügerischen Reeder würde für effektive Abhilfe sorgen. Wenn die ihr Geld im Ausland haben, wo sind denn die Schiffe? Vaduz hat keinen Hafen.
Was treibt die Euro-Politiker seit zwei Jahren, sehenden Auges riesige,
von ihren Bürgern mühsam erarbeitete Geldmengen in ein
schwarzes Loch zu werfen, damit jede Motivation zu Reformen in
Griechenland zu untergraben und den Schlendrian am Laufen zu halten?
Jeder normale Mensch erkannte von Anfang an die Aussichtslosigkeit
dieses Unterfangens. Warum also handeln die sonst halbwegs normal
intelligenten Politiker wider jegliche Vernunft? Wer hat ihnen diesen
kollektiven Rettungswahn implantiert? Wer hat die Gehirnwäsche in
Gang gesetzt? Wer hat sie jeglicher Vernunft beraubt? Diese Leute
müssen doch selbst erkennen, dass ihr Weg geradewegs ins Verderben
führt. Er vertieft die sozialen Gegensätze dort, er erzeugt
Hass zwischen den Geber- und Nehmer-Völkern, er ruiniert die
Grundlagen der Währung und der Demokratie. Und dies alles, ohne das
Problem auch nur im Ansatz zu lösen.
Dabei war und ist die Pleite Griechenlands mit anschließendem
Austritt aus dem Euro die preiswerteste Lösung.
Als Deutscher hoffe ich, dass die Griechen ablehnen
dann hat das ganze Trauma endlich ein Ende.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.02.2012 21:15 UhrLeider nein
Leider ist bei einer Pleite der Griechen die Geschichte nicht zuende.
Wir sind nun einmal auf demselben Kontinent und koennen nicht einfach
zusehen, wie Griechenland in der Anarchie versinkt.
Das Ziel muss sein, dass die Griechen endlich ihren Staat reformieren.
Und da ist die Pleite dann wirklich eine sinnvolle sozialpaedagogische
Massnahme. Je eher das passiert, desto besser. Danach kann man den
Griechen vielleicht wirklich helfen, denn bislang versuchen sie einfach
nur, uns weiter auszunehmen.
Und immer noch werden deutsche Steuerbürger niedergemacht, um französische Banken
auf dem silbernen Tablett zu tragen. Ist ja nicht genug, dass wir die DM, die Bundesbank (die pleite ist , denn 5 Mrd Euroa hat se und weit mehr als das hundertfache an "Assets" (Schrott und Schulden) wegwerfen müssen. Nein, das Stimmrecht Zyperns ist für uns angemessen: sei es EU Parlament oder EZB Rat. Und on top, darf dann ein Franzose ganz neue Regelungen für die EZB erfinden. Deutschland liefert in dei Euro Zone und kriegt nix dafür außer offenen Forderungen. Wer nicht sagt, das die EU Politik der Blockparteien rundum falsch ist, der schließt die Augen vor der Wirklichkeit.
Wer glaubt eigentlich noch, daß die Griechen irgendein Versprechen halten werden, das sie den europäischen Spendieronkels geben? Die Mitgliedschaft der Griechen in der Eurozone war von Anbeginn eine einzige Lügengeschichte. Einer meiner Studienfreunde an der Münchener Uni vor vierzig Jahren - stolzer Grieche - erklärte mir schon damals die intellektuelle Überlegenheit der Griechen so: "Weißt Du, der Grieche bescheißt sie alle, den Armenier, den Juden, alle Levantiner. Er ist eben schlauer als alle anderen." Ein bißchen drastisch ausgedrückt, aber ehrlich. Wir waren ja auch Freunde.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.02.2012 22:39 UhrTraurig...
... wenn Sie von einem Griechen, den Sie vor 40 Jahren kannten auf alle anderen übertragen. Fast so als wenn man von Ministerpräsident Wulff auf alle Deutschen überträgt.
Ein Staatsbankrott ist nun wirklich kein Beinbruch!
Ei, wie lange will man dieses alberne Spiel noch fortsetzen? Bis die Brüssler Lysander sich endlich eingestehen wollen, dass sie es verloren haben und sich über dem inflationären Spielgeld, genannt Euro, mit welches sie glaubten über den Umweg der wirtschaftlichen Einheit die politische vorwegnehmen zu können, nun das Dichterwort erfüllt: „Was die Befestigung ihres Bundes scheint, wird die unmittelbare Veranlassung ihrer Entzweiung werden“ – und so verhält es sich in der Tat: Die Deutschen sind nun auf die Griechen wütend, weil sie für deren liederliche Schuldenmacherei aufkommen sollen und die Griechen wiederum sind sauer auf die Deutschen, weil deren Forderungen nach Einsparungen ihnen zuwider sind; hier hilft also nur die schleunigste Abschaffung des inflationären Spielgeldes und natürlich ein traditioneller Staatsbankrott Griechenlands. An sich ist dieser kein Beinbruch: Dem betroffenen Staat leiht man nur eine Weile kein Geld mehr.
Der Lebensstandard der Griechen würde im Fall eines Staatsbankrotts n i c h t „zusammenbrechen“
Siehe Argentinien 2002. Argentinien geht es immer besser, seit die
Regierung dort es abgelehnt hat, für die Schulden ihrer korrupten
Vorgängerregierungen zu haften. (Seit neuestem allerdings geht es
Argentinien im Zuge der Krise der Realwirtschaft auch etwas schlechter.)
Nur der Lebensstandard einiger 10.000 Banker würde zusammenbrechen,
aber keine Angst: für diese Leute würde die EU dann bestimmt
weiterhin sorgen so wie sie es bisher für ca. 1 Billion Euro
bereits "erfolgreich" getan hat.
Allerdings: die "Sparmaßnahmen" sind es, welche den
Lebensstandard der Griechen zusammenbrechen lassen werden, denn die
zusätzliche Arbeitslosigkeit von 150.000 griechischen Beamten und
das gewollte! und von Frau Merkel erzwungene Absenken der Kaufkraft der
Normalbürger um ca. 30% kann keine Wirtschaft überstehen. Das
scheint mir sonnenklar auf der Hand zu liegen.
Athen benötige wahrscheinlich nicht wie geplant 130, sondern eher 145 Milliarden Euro
Beruhigend, wie so en passant mitgeteilt wird, dass es doch noch mal ein paar Milliärdchen mehr sein sollten. Äh, weiß die Troika schon von ihrem Glück? Die 145 Mrd. sind dann aber sicherlich die endgültige Zahl.... jedenfalls vorerst. Darauf ein Ouzo :-)
psssst Hr Seehofer, "die rote Linie" liegt heute schon bei 211 Mrd plus 20 Prozent (§1(5) StabMechG)
Und um diese zusätzlichen 42 Mrd. abzurufen, reicht ein Durchwinken des Haushaltsausschusses. Darüber hinaus sollten sie den Bürgern lieber verschweigen, welche Risiken die Politik selbst und über die Zentralbank noch eingegangen ist. Aber genau das wird ja getan.
Theaterstück mit vorgezeichnetem Ausgang.
Besser kann man diese Scenario meines Erachtens nicht bezeichnen. Jeder will noch positiv in Erscheinung treten bevor Griechenlands Auftritt in der Eurozone endet. Seien es die deutschen Politiker, die plötzlich harte Forderungen stellen um vom Wähler dafür belohnt zu werden oder die griechischen Politiker, die alle nicht an dem Desaster mitverantwortlich seinen wollen. Dabei scheint das Spielchen auf ein Ende nach den französischen Wahlen bzw. dem Inkrafttreten des ESM hinauszulaufen. Aber die Märkte werden dann weiter hetzen, die Sache wird mit dem Austritt Griechenlands nicht erledigt sein. Spanien, Portugal, Italien lassen schon im Voraus grüßen. Wer investiert auch in Staatsanleihen von Ländern, in denen scheinbar kein Politiker haushalten kann. Ach ja, wir haben ja in Deutschland auch Sozialdemokraten, Linke oder Grüne, welche Steuergelder auch ungeheuer gern verbrennen, im liebsten für Eurobonds und Solarstrom.
"Der Lebensstandard der Griechen würde im Fall eines Staatsbankrotts zusammenbrechen"
sagte Papademos. Was er nicht sagte:
...weil es dann keinen Weg mehr geben wird, die Deutschen in Zukunft den
griechischen Lebensstandard finanzieren zu lassen (abgesehen von dem,
was sie schon übernommen haben).
default? Es wird weiter Benzin und Medikamente geben:
Für Argentinien war der Default 2001 eine Erlösung. Die
Grichen können nur gewinnen.
Benzin in Griechenland kommt, wie wir vor Wochen gelernt haben, aus dem
Iran und für Achmadinechad wird es eine Herzensangelegenheit sein,
etwas auf die Begleichung der Rechnung zu warten. Medikamente kann das
Land selbst herstellen oder vielleicht aus Kolumbien oder Argentinien
importieren (anschreiben lassen!).
Nur bei den Finanzderivaten dieser Welt bricht das Chaos aus, aber
dafür wird es auch wirklich langsam Zeit! "It's the final
meltdown, dubi- duu,du, We are leaving together"
Seehofer: "Maßnahmen zur Euro-Rettung könnten Gegenstand von Volksabstimmungen sein“, ....
Dann möge doch die CSU bei der nächsten Wahl bundesweit antreten, um dem Wähler die Möglichkeit zu geben, hier zuzustimmen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.02.2012 22:15 UhrNur Wahlkampfgeplapper
Der Populist Seehofer gibt wieder einmal den harten Hund. Ihm glaubt keiner mehr. Er wird brav ESM abnicken, noch mehr Geld für Griechenland abnicken etc. , wie es unsere Klima- und Europakanzlerin, will. Den einzigen glaubwürdigen CSU-Politiker, Herrn Gauweiler (der hat sein Schäfchen schon im Trockenen, ist also von niemandem mehr erpreßbar), hat er vorbeugend kaltgestellt.
Michael Martens Jahrgang 1973, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul.
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