19.08.2005 · Der Londoner Polizeichef Blair dementiert den Vorwurf, daß die Erschießung des Brasilianers Menezes, den Polizeibeamten irrtümlich für einen Selbstmordattentäter gehalten hatten, absichtlich vertuscht worden sei.
Der Londoner Polizeichef Sir Ian Blair hat sich im Zusammenhang mit der Erschießung des Brasilianers Menezes, den Londoner Polizeibeamten irrtümlich für einen Selbstmordattentäter gehalten hatten, gegen den Vorwurf der Vertuschung verteidigt.
Er habe nicht versucht, eine unabhängige Untersuchung des Tathergangs zu verhindern, sagte er der Zeitung „Evening Standard“. Ein „tragischer Tod“ dürfe nun nicht die Arbeit der Antiterrorermittler zerstören, fügte der Polizeichef hinzu.
Brasilianische Regierung kündigt Überprüfung an
Die Londoner Polizei steht wegen ihrer offenbar falschen Darstellung der Umstände, die zur Erschießung des Brasilianers in einem Londoner U-Bahn-Zug geführt hatten, unter Druck. Die brasilianische Regierung kündigte an, am Montag eigene Ermittler nach London zu schicken, die mit Mitarbeitern der unabhängigen Beschwerdestelle der Polizei (IPCC) zusammentreffen sollen.
Ein IPCC-Mitarbeiter ist offenbar deshalb suspendiert worden, weil er dem Fernsehen Polizeidokumente zu dem Fall zugespielt haben soll, welche die offizielle Version der Polizei erschüttert haben. Freunde und Verwandte des Brasilianers haben für kommenden Montag zu einer Demonstration vor dem Amtssitz von Premierminister Tony Blair aufgerufen.