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London fordert Freilassung Iran verschleppt britische Matrosen

23.03.2007 ·  Weil sie sich angeblich in iranischen Hoheitsgewässern aufgehalten haben, hält Teheran 15 Matrosen der britischen Marine fest. Revolutionsgarden störte anscheinend eine britische Routinepatrouille im Golf. London verlangt die „sichere Rückkehr unserer Leute“.

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Einen Tag vor der Abstimmung des UN-Sicherheitsrats über verschärfte Sanktionen gegen Iran haben iranische Soldaten im offenen Wasser vor dem Irak und Iran 15 britische Matrosen festgenommen. Sie sollen sich nach Teheraner Angaben in iranischen Hoheitsgewässern aufgehalten haben, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Der Vorfall habe sich gegen 10.30 Uhr Ortszeit ereignet.

Die britische Regierung behauptet, ihre Matrosen hätten sich eindeutig auf irakischem Territorium bewegt, und sie seien von dort bei ihren Routineinspektionen von Handelsschiffen von iranischen Kriegsschiffen in iranisches Hoheitsgewässer gezwungen worden. Aus Teheran lag zunächst keine Stellungnahme vor. „Die Angelegenheit wird mit den iranischen Behörden auf höchster Ebene behandelt“, erklärte ein Sprecher. „Die britische Regierung verlangt die sofortige und sichere Rückkehr unserer Leute und ihrer Ausrüstungen.“

London bestellt Botschafter ein

Außenministerin Margaret Beckett bestellte den iranischen Botschafter ein und forderte die sofortige Freilassung der Briten. Die 15 Seeleute gehören zur Besatzung der britischen Fregatte „Cornwall“, die am Freitag auf Routinepatrouille im Golf unterwegs war. Sie waren an Bord eines Schiffs gegangen, das ihnen verdächtig erschien, um zu kontrollieren, ob es Schmuggelware führte, beispielsweise Autos. Nach Abschluss der Untersuchung wurden sie und ihre zwei Boote von iranischen Booten umzingelt und in iranische Gewässer abgeführt.

Der Kapitän der „Cornwall“ sagte: „Ich habe keinen Zweifel, dass meine Mannschaften sich in irakischen Gewässern befunden haben; Iran könnte freilich das Gegenteil behaupten.“ In ähnlicher Weise waren 2004 schon einmal britische Seeleute drei Tage lang festgehalten worden,

Umstrittener Grenzverlauf

Der Grenzverlauf zwischen dem Irak und Iran ist an mehreren Stellen umstritten, insbesondere im Schatt al Arab, dem Delta von Tigris und Euphrat. Unstrittig ist der Verlauf an der Stelle im Ausgang des Schatt al Arab, an dem die britischen Matrosen routinemäßig im Auftrag der Vereinten Nationen internationale Handelsschiffe auf ihre Ladung untersuchten.

Mehrere Nachrichtenagenturen zitierten einen irakischen Fischer aus Basra. Er will beobachtet haben, wie die britischen Matrosen in irakischen Gewässern, die nahe der Halbinsel Fao liegen und den Namen Ras al Beesha tragen, mehrere iranische Schiffe inspizierten, als zwei große iranische Kriegsschiffe aufgetaucht seien und die britischen Matrosen, die auf kleinen Booten unterwegs waren, unter Androhung von Gewalt in iranische Gewässer eskortierten. Anwendung von Gewalt habe er nicht beobachten können, sagte der Fischer nach den Angaben.

Revolutionsgarden mit eigenen Handelsstrukturen

Allerdings hätten die Briten bei vorgehaltener Waffe Folge geleistet. Möglicherweise hatten sie sich mit ihrer Schmuggel-Inspektion den Ärger der iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) auf sich gezogen. Denn diese unterhalten vorbei am iranischen Staat eigene Handelsstrukturen, mit eigenen See- und Flughäfen, über die sie zollfrei und jenseits der iranischen Bürokratie einen lukrativen Außenhandel betreiben.

Die Kriegsschiffe, die gegen die britischen Matrosen vorgegangen waren, sind Teil der Pasdaran. Möglicherweise steht der Vorfall auch in Zusammenhang mit der Aussage eines ranghohen britischen Offiziers, der am Freitag vor der Festnahme der Matrosen in Basra Iran vorgeworfen hatte, im Südirak Anschläge von Aufständischen gegen britische Soldaten zu unterstützen. In Basra nahmen in jüngster Zeit die Anschläge gegen Briten erheblich zu. Er habe Informationen erhalten, dass Iran an Iraker monatlich 500 Dollar zahle und ihnen Waffen bereitstelle, sollten sie Anschläge durchführen, sagte der Offizier.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich nach Angaben westlicher Diplomaten auf verschärfte Sanktionen gegen Iran geeinigt und will diese voraussichtlich noch an diesem Samstag per Resolution verhängen. (Siehe auch: Sicherheitsrat will Iran-Sanktionen am Samstag verhängen)

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