13.06.2007 · Bei einem Bombenanschlag in Beirut sind am Mittwoch zehn Menschen in den Tod gerissen worden. Unter den Opfern ist auch der Parlamentarier Walid Eddo, der ein enger Vertrauter von Saad Hariri, dem Vorsitzenden der anti-syrischen Zukunftsbewegung im Parlament war.
Wieder ein Mordanschlag auf einen anti-syrischen Politiker in Beirut: Bei der Explosion einer Autobombe starben am Mittwoch in der libanesischen Hauptstadt neben dem Parlamentarier Walid Eddo mindestens neun weitere Menschen. Augenzeugen sprachen von mindestens zehn Verletzten.
Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Eddo war ein enger Vertrauter von Saad Hariri, dem Vorsitzenden der anti-syrischen Zukunftsbewegung im Parlament. Saad Hariris Vater, Rafik Hariri, war im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Der Hariri-Mord hatte eine Protestwelle im Libanon ausgelöst und zum Rückzug der Syrer aus dem Nachbarland ausgelöst. Ein anvisiertes UN-Tribunal soll jetzt unter anderem klären, ob die syrische Führung in die Bluttat, der 22 weitere Menschen zum Opfer fielen, verstrickt war. Dies alles hat zu einer schweren polititischen Krise im Libanon geführt und Ängste vor einem Bürgerkrieg geschürt.
Vereinigte Staaten und EU verurteilen den Anschlag
Die Vereinigten Staaten haben den Autobombenanschlag scharf verurteilt und Ministerpräsident Fuad Siniora ihrer Unterstützung versichert. „Dieser Terrorakt wird einzig dazu dienen, die Entschlossenheit jener zu stärken, die an der vordersten Front der libanesischen Demokratie stehen“, sagte der amerikanische Außenamtssprecher Sean McCormack am Mittwoch in Washington. Zu Spekulationen, dass Syrien hinter dem Anschlag stecken könnte, wollte er sich nicht äußern. Die amerikanische Regierung habe volles Vertrauen, dass Siniora und dessen Regierung weiterhin „starke Verfechter der libanesischen Unabhängigkeit und Souveränität“ sein werden, sagte McCormack.
Auch die Europäische Union verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. „Das Attentat ist ein weiterer Versuch der gezielten Destabilisierung des Libanon. Dies ist inakzeptabel und wird nicht gelingen“, hieß in einer in Berlin herausgegebenen Erklärung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. „Die Hintergründe des Anschlags müssen aufgeklärt, die Schuldigen bestraft werden“.
„Die Präsidentschaft der EU fordert alle Kräfte im Libanon und in der Region auf, der Gewalt entschieden entgegenzutreten und alles zu unterlassen, was die innenpolitische Lage im Libanon weiter destabilisiert“, hieß es weiter.
Für seine Kritik an Syrien bekannt
Der am Mittwoch ermordete Eddo war für seine Kritik an Syrien bekannt. Unter den Toten waren auch sein Sohn sowie zwei seiner Leibwächter. Der Korrespondent des Senders Al-Dschasira berichtete von 10 Toten und 20 Verletzten. Die Autobombe war in der Nähe der Uferpromenade im Beiruter Stadtteil Manarah explodiert und versetzte die Bevölkerung des Stadtteils in Panik.
Die Explosion richtete erheblichen Sachschaden an. Mehrere Autos wurden in Brand gesetzt. Es war die sechste Bombenexplosion in der libanesischen Hauptstadt seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen der Armee und der Extremistengruppe Fatah al-Islam im Palästinenserlager Nahr al-Bared im Norden des Landes am 20. Mai. Aber auch in den beiden Jahren zuvor hatte es im Gefolge des Attentats auf Hariri mehr als ein Dutzend Anschläge im Libanon gegeben. Dabei kamen mehrere Politiker und für ihre syrienkritische Haltung bekannte Journalisten ums Leben.