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Laut Zeitungsbericht : Amerikanische Söldner sollen in Ostukraine kämpfen

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Kontrollpunkt der ukrainischen Armee nahe Slawjansk: Erhält die Nationalgarde Unterstützung aus den Vereinigten Staaten? Bild: AP

Die ukrainische Nationalgarde wird angeblich bei ihrem Einsatz in der Ostukraine von 400 Söldnern einer amerikanischen Sicherheitsfirma unterstützt. Ein Bericht beruft sich auf BND-Informationen. Die Firma dementiert.

          Die ukrainischen Sicherheitskräfte werden einem Zeitungsbericht zufolge von 400 Elitekämpfern des amerikanischen Militärdienstleisters Academi - früher Blackwater - unterstützt. Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll die Bundesregierung am 29. April darüber in Kenntnis gesetzt haben. Das berichtet die „Bild am Sonntag“. Die Angaben sollen sich demnach auf Quellen des amerikanischen Geheimdienstes berufen haben. Der BND hat eine Stellungnahme abgelehnt.

          Die Informationen sollen während einer der sogenannten „Nachrichtendienstlichen Lage“, einer regelmäßigen Besprechung unter Leitung von Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), vorgetragen worden sein. Daran nehmen in der Regel auch die Präsidenten von BND und Bundeskriminalamt teil.

          Academi dementierte am Sonntag die Berichte. Academi habe nirgendwo in der Ukraine Personal präsent oder im Einsatz, sagte Vizeunternehmenschefin Suzanne Kelly am Sonntag bei „Zeit Online“. Es seien auch weder ein Einsatz noch eine Präsenz in der Ukraine geplant.

          Academi hatte Meldungen, wonach es Mitarbeiter in die Ukraine entsandt habe, schon Mitte März auf seiner Homepage dementiert. Dies seien „Gerüchte von „unverantwortlichen Blogger und einem Onlinereporter“, hieß es damals. Ziel sei es, in einer schwierigen Krise Hysterie zu schüren und unverantwortliche Schlagzeilen zu produzieren.

          An der Seite von Kämpfern des „Rechten Sektors“?

          Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti hatte wiederum am 7. April gemeldet, zur „Unterdrückung des Volksaufstandes“ habe die Regierung in Kiew Truppen der Nationalgarde in den Osten der Ukraine entsandt, zu denen „die besten Kämpfer vom 'Rechten Sektor' gehörten, sowie eine Einheit der Blackwater-Söldner in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei 'Sokol“. Die Agentur berief sich auf Quellen bei den ukrainischen Sicherheitskräften.

          Auf der anderen Seite haben wiederum die Regierung in Kiew und der Westen Russland wiederholt vorgeworfen, den Aufstand in der Ostukraine mit Sondereinsatzkräften zu unterstützen und zu steuern. Moskau bestreitet das. Die ukrainische Armee kämpfe in Slawjansk gegen „professionelle Söldner“, hatte Verteidigungsminister Awakow gesagt. Die Soldaten würden mit „schweren Waffen“ angegriffen.

          Schon im Irak im Einsatz

          Das Unternehmen, das heute Academi heißt, wurde 1997 von einem früheren Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy SEAL unter dem Namen Blackwater gegründet und bietet unter anderem paramilitärische Dienstleistungen an. Bekannt wurde es, als es zu Beginn des Irakkriegs offenbar ohne Ausschreibung Großaufträge von der Regierung des damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush erhielt. 2007 geriet Blackwater wegen eines schwerwiegenden Zwischenfalls im Irak in die Schlagzeilen. Mitarbeiter von Blackwater waren im September 2007 an einer Schießerei in Bagdad beteiligt, bei der 17 Menschen ums Leben kamen, darunter Frauen und Kinder.

          Später wechselte das Unternehmen Blackwater seinen Namen in Xe Services. 2010 einigte sich die Firma mit dem amerikanischen Außenministerium auf die Zahlung einer Strafe von 42 Millionen Dollar (34 Millionen Euro). Hintergrund waren Vorwürfe, das Unternehmen habe gegen Gesetze über Waffenexporte und Waffenhandel verstoßen. Der Anklage gingen fünf Jahre lange Ermittlungen voraus.

          Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verstieß Blackwater wiederholt gegen amerikanische Gesetze. Im Rahmen der Einigung übernahm Academi „Verantwortung für das Verhalten“ in den 17 Anklagepunkten. Nach Veröffentlichung der Einigung erklärten Vertreter von Academi, dies sei kein Eingeständnis von Schuld.

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