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Lateinamerika Amerika schmiedet Bündnis gegen Chávez

08.02.2007 ·  Die Vereinigten Staaten wollen sich wirtschaftlich von Venezuela lösen. Vertreter der amerikanischen Regierung werben in Brasilien und Argentinien für bessere Handelsbeziehungen - um den venezolanischen Präsidenten Chávez zu isolieren.

Von Josef Oerlein
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Die Regierung der Vereinigten Staaten versucht, den Einfluss des venezolanischen Präsidenten Chávez in Lateinamerika zu mindern. Nicholas Burns, Staatssekretär für politische Fragen im amerikanischen Außenministerium, und der für die westliche Hemisphäre zuständige Abteilungsleiter Thomas Shannon sind mit der erklärten Absicht nach Brasilien und Argentinien gereist, die Führungsposition beider Länder in der Region zu stärken.

Das soll über eine Verbesserung der Handelsbeziehungen und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten auf dem Energiesektor erreicht werden. Brasilien und die Vereinigten Staaten wollen insbesondere die Produktion und Vermarktung von Äthanol-Treibstoff aus Zuckerrohr mit Hilfe brasilianischer Technik gemeinsam vorantreiben. Die Ankündigung wurde in der Region als Hinweis verstanden, dass Washington seine Abhängigkeit von venezolanischem Erdöl verringern möchte.

Außenministerin Rice kritisiert Chavez

Burns suchte gleichwohl die Besorgnis in Washington über Chávez' Antiamerikanismus herunterzuspielen. Wenn Chávez, den die Vereinigten Staaten nicht sonderlich wichtig nähmen, sein Land in die Richtung einer früher schon gescheiterten Politik führen wolle, sei das seine Entscheidung, sagte Burns in Anspielung an den von Chávez propagierten „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Brasilien und Argentinien seien mächtige Staaten, die es nicht nötig hätten, sich an einem anderen Land zu orientieren. Auf seine Feststellung, Venezuela und Kuba seien isoliert, erntete Burns indes Widerspruch vom brasilianischen Außenminister Celso Amorim, der nach der Begegnung mit den amerikanischen Regierungsvertretern für eine Politik des Dialogs statt der Isolierung plädierte.

Burns und Shannon ließen sich in Brasilien und Argentinien vor allem über die Haltung der Regierungen beider Länder gegenüber Chávez informieren. Sowohl der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva als auch der argentinische Präsident Nestor Kirchner, der demnächst nach Caracas reist, pflegen mit Chávez nach außen freundschaftlichen Umgang, vor allem seit Venezuela Vollmitglied im Wirtschaftsbündnis Mercosur ist. Hinter verschlossenen Türen drängen sie ihn jedoch immer wieder zur Mäßigung, wie es zuletzt beim Gipfeltreffen in Rio de Janeiro geschehen sein soll.

Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice bekräftigte unterdessen die unlängst von Präsident Bush geäußerte Kritik an dem vor kurzem für weitere sechs Jahre wiedergewählten venezolanischen Präsidenten. Chávez zerstöre sein Land in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht, sagte Frau Rice vor einem Ausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses; Venezuela befinde sich in einer negativen Übergangsphase. Bush plant im März eine Reise in verschiedene lateinamerikanische Länder, darunter Brasilien, Uruguay, Kolumbien und Mexiko. Die Regierungen dieser Länder sind entschlossen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Nordamerika auszubauen.

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